Matthias Krohn
aus Geretsried

Gedichte und Zeichnungen

Matthias Krohn - 2009, 3.  Mai Das Schreiben ist für mich eine Art Heiltherapie und Ausdruck der Freude

Ich heiße Matthias Krohn und bin 34 Jahre alt. Im Sommer 2005 kam es zu einer Krise mit meiner damaligen Freundin Anja. Eine Bekannte riet mir dazu, ein Gedicht darüber zu schreiben. Schnell merkte ich, dass es eine sehr gute Möglichkeit für mich war, meine Eindrücke, Gefühle und Gedanken zu verarbeiten. So schrieb ich auch eins für die Sabine, die Tagesstätte u.s.w., sowie das Gedicht "Dank der Familie", mit dem ich mich für ihre Unterstützung während der jahrelangen Depressionen bedanken wollte.

Den dabei erwähnten Adler habe ich kurz zuvor kaufen müssen, ohne zu wissen warum. Da war plötzlich eine unsichtbare Macht, die Besitz von mir nahm und mich in den Laden zog, und mich erst wieder frei gab, nachdem ich diesen Adler aus Stein gekauft hatte.

Aber mein größtes Grenzerlebnis war ein großer schwarzer Schmetterling, der auf meiner Schulter landete und sich dann propellerartig auflöste. Das war 2003.

In dieser Zeit lernte ich Sabine kennen und ich glaube, dass sich damit meine Depressionen und Selbstmordgedanken auflösten..

In meiner Kindheit mußte ich leider sehr oft zusehen, wie mein Vater meine Mutter schrecklich anbrüllte und ich konnte ihr nicht helfen. Dadurch war ich sehr verängstigt - zuerst merkte ich nichts davon. Als ich größer und älter wurde hat mich dann meine Kindheit wieder eingeholt und ich wurde psychisch krank.

Persönliche Motivation zum Schreiben

Nun habe ich gemerkt, dass ich wieder auf mein Leben zugehen kann und habe das hier in Form meiner Gedichte zum Ausdruck gebracht. Damit möchte ich auch anderen betroffenen Menschen Mut machen, an die Liebe zu glauben - und wieder auf ihr Leben zuzugehen... siehe dazu auch das Gedicht Schicksalsmalerei


Kontaktadresse und Leitung der Selbsthilfe-Gruppe OK. statt KO.

Matthias Krohn
82538 Geretsried
Tel. 08171-919483


    Gedichte
  1. Liebe Sabine
  2. Schicksalsmalerei
  3. Alles Liebe
  4. Dank der Familie
  5. Dank der Tagesstätte
  6. Leben als sturer Bock
  7. Liebe Anja
  8. Liebesgedichte
  9. Roboter-Männchen
  10. Wissen vom Sinn des Lebens
  11. Zum Davonlaufen
    Zeichnungen
  1. a: Wer bin ich - und wer bist du?
  2. b: Wer bin ich - und wer bist du?

Liebe Sabine

wer hätte das gedacht,
aber Du hast mich für das Leben fit gemacht.

Dankbar schau ich auf unsere Zeit zurück
und wünsche Dir für die Zukunft viel Glück.

Oft gingst Du, oft schmiss ich Dich raus
aber nie hielten wir es lange ohne einander aus.

Ständig ging es mit uns auf und ab,
aber das hielt uns geistig voll auf Trab.

Unsere Zeit lässt sich nun nicht mehr zurückdrehen,
und wir werden jetzt getrennte Wege gehen.

Die Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit,
ist, was uns jetzt für immer bleibt.

Für die Zukunft habe ich noch viel vor,
aber für dich und deine Sorgen habe ich immer ein offenes Ohr.

Geht was zu Ende, bedeutet es immer auch Neuanfang,
meine Genesung verdanke ich auch dem Medikamentenschrank.

Drum Liebe Sabine, sei auch Du gescheit,
und lass Dir helfen, sei dazu bereit.

Glaube mir, irgendwann lässt Dich sonst keiner mehr herein,
und Du wirst Dich fühlen ganz allein.
Glaube mir, Veränderung macht immer auch Spaß,
ist das Leben nicht wie ein Auto, es gibt Bremse und Gas.

Die Richtung bestimmst Du durch den Kopf,
über das Lenkrad, ist der Weg auch noch so hart.

© Mattias Krohn

 
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Matthias Krohn
   
Schicksalsmalerei

Ich glaube, dass ich mir mein Leben
hier auf Erden im Himmel ausgesucht habe,
als gerechte Folge für früheres gehabe.

Von meiner Art bin ich ein sehr vorlauter und frecher Wicht,
dass ich glaube,
das gefiel den Herrschaften nicht.

Auch denke ich - habe ich vieles gewollt mit Gewalt,
wie ein Spieler -
und jetzt hat mich dieses Schicksal ereilt.

Doch das Spiel des Lebens
in das man mich tat,
war nun wirklich besonders hart,

und das ich's hab halbwegs gepackt,
dass man mich jetzt wieder mag.

Auf den Weg zu mir trank ich so manches Bier,
rauchte so manche Zigarette,
obwohl ich lieber eine Freundin hätte.

Entweder :
legten mich Depressionen lahm,
oder ich verfiel dem Wahn.

An eine Freundin war da nie zu denken,
ich brauchte mir niemals meinen Kopf zu verrenken.

Es hat mir fast den Verstand geraubt,
weil: ich habe mich nie getraut!

Mit der Zeit entwickelte ich so viel Wut,
denn es fehlte mir zum Leben der Mut.

Das ich abschloss mit dem Leben
ich ging lieber einen heben.

Wollte springen aus dem elften Stock,
und verfluchte wütend jeden Rock

Ich bin froh, dass ich's nicht tat,
denn Frauen sind so sanft und zart.

Von der Ferne aus betrachtet,
hab ich alle nur verachtet.

Bis ich selber eine fand,
und ich nahm sie bei der Hand.

Und ich hatte viel zu geben,
und natürlich zu erleben.

Bis ich wieder Freude fand,
das heilte auch meinen Verstand.

Und ich stehe jetzt im Leben
und kann's jedem nur empfehlen.

Nur durch Liebe wird man alt
also - ihr da oben - bis bald!


© Mattias Krohn
 
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Matthias Krohn
 

Wer bin ich - und
wer bist du?

© Matthias Krohn

 
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Matthias Krohn
 
Alles Liebe

Du warst von Geburt an, niemals blind.
Du konntest sehen, schon als Kind,
dass was in dieser Welt nicht stimmt.

Du träumtest davon mal was großes zu bewegen,
doch das ging leider voll daneben.
Der Frust lässt sich nur schwer beheben.

Tausend unbeantwortete Fragen,
schlagen dir auf Deinen Magen.

Darum bleibe Optimist,
weil es das beste für Dich ist.

Mattias Krohn

 
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Matthias Krohn
 
"La danza de los diablos ante Maria y Jesus"
          "Der Tanz der Teufel vor Maria und Jesus"
          (Fest in Peru)

Wer bin ich - und
wer bist du? - 2

©
Matthias Krohn

 
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Matthias Krohn
 
Dank der Familie

Die gute Nachricht für Dich und diese Welt ist,
dass mir das Leben mit Euch wieder gefällt.
Denn ich habe das Gefühl ich fahre jetzt gut auf allen Strecken
und brauch' mich da auch vor niemandem mehr verstecken.

Dabei hilft mir meine Phantasie und mein Verstand,
mein langer Atem und meine ausgestreckte Hand.
Aber auch im Gelände schlage ich wieder munter meine Haken,
braucht ihr mich bin ich da, und lass' nicht lang auf mich warten.

In der Zwischenzeit reife ich zum Mann heran,
was mir von Euch keiner abnehmen kann.
Für meinen neuen Weg wünscht mir am besten alle viel Glück,
dann kann ich Euch auch allen wieder trauen
und komme auch gerne wieder zu Euch zurück.

Denn Ihr seid nun mal alle meine Freunde.

Die Spanne reicht da von Schmetterling bis hin zur grauen Maus,
denn der eine schafft sich zu entfalten,
der andere verzieht sich in sein Schneckenhaus.

Dazu brauchen wir keine Helden sein.

Um das zu verstehen,
wir könnten alle gemeinsam durchs Leben gehen.

Ein Adler sitzt auf einem Stein,
es kann durchaus da unter seinen Füßen ein Paradiesvogel sein,
und jeden holt irgendwann seine Vergangenheit ein,
es kann aber auch Deine Zukunft sein.

Liebe ist alles, öffne die Tür und lass' sie rein.
Dann fühlst Du Dich auch nicht mehr innerlich so leer und allein.

Mattias Krohn

   
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Matthias Krohn
 
Dank der Tagesstätte

Ob schrill, ausgeflippt oder traurig und allein,
schau in die Tagesstätte hinein.
Wir sind ein ungezwungener, friedlicher Verein,
und viele wollen gar nicht mehr heim.

Denn während vielfach das Leben zu Hause nicht so lief,
wird man hier wieder schnell aktiv.
Und alles kostet einem eigentlich fast kein Geld,
was mir besonders gut gefällt.

Langsam packen wir das Leben wieder an,
und jeder bringt sich dabei ein so gut er kann.
Denn die Tagesstätte ist ein wahrer Schatz,
und jeder findet hier seinen Platz.

Auch zum Alkolhol-Verbot nahm ich gerne Eure Tipps an,
bis ich merkte, dass ich auch ohne kann.
Dass ich mit Euch wieder Spaß am Leben habe,
ist Euer Verdienst meine Freund - keine Frage

Danke euch allen

© Mattias Krohn
 
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Matthias Krohn
 
Leben als sturer Bock

Wenn man stur ist,
fehlt der Mut, alles einzusehen,
die Gefühle sind zwar da,
aber man kann sich nicht mehr drehen.

Was dann die andere Seite leider auch nicht immer kann,
man sollte aber dann auf sein gutes Herz hören
und dem Menschen viel Liebe entgegenbringen mit Verstand.

Wir leben heute in einer Zeit, wo es heißt,
der die das, ist zu dem, jenem oder jenem geboren.
Nehme das Leben in die Hand und spitz die Ohren.

Rede doch einfach Tacheles oder am besten Klartext mit mir

und vergiss alle Vorurteile in Dir, die jenseits des Verstandes
fleißig Namen und Daten in Steine ritzen
oder gegen Leute, die in der Sonne sitzen.

Alles, was Du kannst, ist Übertreiben,
durchbrech' das gläserne Ich, oder putz mal Deine Scheiben.

Die Welt ändert sich ständig,
und auch Dein Leid wird nicht für immer sein,
drum rede Dir doch "alles wird gut" mal wieder ein.

Du sagst jetzt bestimmt, viel muss es gar nicht sein,
von allem zu befreien, denn die "SS",
die psychisch Kranken machten es uns vor,
aber Glück kann nicht auf Unrecht gebaut werden,
Gerechtigkeit geht vor.

Wenn Du die Welt ändern willst,
fang bei Dir an,
was man muss und was man kann.

Dichte Dir Deine eigenen Lieder,
denn wo gesungen wird,
da lass Dich nieder -
nur Mut!

Ich zum Beispiel brauch' von allem was,
sonst macht das Leben mir keinen Spaß.

Auf Eurem weiteren Weg
wünsche ich Euch viel Glück,
die Zeit war schön mit Euch,
ich komm bestimmt wieder gern zurück,
das ist mein Plan - ich bin davon entzückt.

© Mattias Krohn

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Matthias Krohn

Liebe Anja

Am Wochenende ging es uns beiden nicht so gut.
Du merktest, dass mit Dir was nicht stimmt - und hattest Wut.

Und natürlich hattest Du recht,
und auch mir ging es noch nie so schlecht.

Ich fühlte mich wie im hellen Scheinwerferlicht
und hatte Angst, ich verliere Dich.

Nach und nach habe ich dann alles gesagt,
es ar wohl besser, aber auch ganz schön hart.

Am Sonntag haben wir uns trotzdem getroffen,
aber ich sag Dir ich hätte mich am liebsten besoffen.

Und auch Du hast so furchtbar gelitten
und hättest dich am liebsten geschnitten.

Am Montag war uns dann beiden wieder klar,
wir bleiben zusammen, wir bleiben ein Paar.

Eine Beziehung brauch leider sehr viel Geduld,
aber ich geb' es zu, es war alles meine Schuld.

© Mattias Krohn

Liebesgedichte

Mir ist aufgefallen an Dir,
du redest mehr
und igelst Dich neuerdings nicht mehr so oft ein.

Und ich habe das gute Gefühl,
dass dadurch Deine Schicksalsnarben schneller verheilen.

Dass du jetzt mehr reden kannst,
wirkt so ähnlich wie ein Schrei,
es entlädt sich alles
und man fühlt sich wieder frei.

Was Dir dieser Mensch angetan hat,
als Du Dich nicht wehren konntest,
fraß sich tief in Dich rein.

Aber glaub mir der da oben
hat Dich gehört
und meine uns seine Liebe
werden Dich wieder heilen.

Denn ich seh Dich nicht nur als Frau
und wenn wir es wollen,
können wir uns gemeinsam heilen.

Und langsam zieht wieder Frieden in Dein Leben ein,
denn mit mir und ihn bist Du nie allein.

© Matthias Krohn

 
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Matthias Krohn

Die Robotermännchen

Du sagst, Du hast Angst vor der Nacht,
schwarze Robotermännchen kommen
und im Traum hast Du Dich vor Angst
immer umgebracht.

Ich denk, es ist ein Zeichen für deine
geistige Verbindung zu einer dunklen Macht,
beschwör die Freiheit und Ruf die Sehnsucht
nach Liebe wieder in Dir wach.

Am Tag fällt dir dann wieder
deine Lebensgeschichte ein
und Du möchtest am liebsten schreien.

Aber Narben heilen nun mal nicht mit Gewalt
doch eine Narbe ist auch ein Zeichen dafür,
dass was verheilt.

Ich bin Dein Freund und ich gebe auf Dich acht,
gute Nacht

© Mattias Krohn

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Matthias Krohn
 
Mein Wissen vom Sinn des Lebens

Ich erträume mir den Sinn des Lebens - und finde dabei zu mir
und das ist nicht vergebens.

Dabei stell' ich mir meine Ankunft im Jenseits als Endziel vor,
also hör' gut zu - und leih' mir dein Ohr.

Im Himmel werde ich bestimmt so was wie ein König sein,
da ich dann bereits weise das Gute und das Böse in mir verein.

Viele Ereignisse und meine Phantasie haben mir diese Erkenntnis geschenkt,
mir geht's gut dabei, keiner hat mich je zu dieser Sichtweise gedrängt.

Und doch glaube ich - wird es kein Einzelschicksal sein,
für mich bleibt das der Sinn des Lebens, Inflation schleicht sich sonst ein
und man fühlt sich sonst schnell voll Hass, hilflos oder allein.

Denn das Leben ist kein klares und einfaches Spiel,
und sich und andere lieben können - ist wohl dabei das größte Ziel.

Durch Deinen Einsatz liegt das auch mit in Deiner Hand,
handle klug, benutze Dein' Verstand.

© Matthias Krohn

 
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Matthias Krohn

Zum Davonlaufen

Wieder einmal sind die Gefühle stärker als der Verstand,
ich fühle mich wie ein Kind,
und vermisse Deine ausgestreckte Hand.

Kein Mensch interessiert sich wie es mir geht,
muß erst ein Unglück geschehen,
aber dann ist es vielleicht schon zu spät.

Wir leben heute in einer hektischen Zeit,
und keiner soll über meinen Kopf hinweg entscheiden,
dass dadurch für mich entsteht größtes Leid.

Allein mit Macht stoß' ich schnell an meine Grenzen,
und das zerstört in mir den ganzen Menschen.

Aber irgendwann sehe ich keine Gerechtigkeit mehr im Leben,
schreie oder bleibe stumm,
und dann bringe ich mich oder womöglich andere um.

Oft sperrt einen das ganze denken selber ein,
ich bin wohl schon krank,
doch stur wollte ich nie sein.

© Mattias Krohn

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