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Vorwort
Im
Januar 2006 suchte ich während einer starken persönlichen Krise
die Selbsthilfegruppe OK.
statt KO. in Geretsried auf. Diese hatte sich gerade wieder
ins Leben gerufen.
S ie wird von Matthias Krohn geführt. Zunächst hatte ich Bedenken,
da sich doch einige in der Gruppe befanden, die an mehr oder weniger schweren
psychische Erkrankungen litten. Ich nahm mir vor, die Gruppe nur so lange
zu besuchen, bis ich wieder einigermaßen "auf den Beinen"
wäre, um dann selbst nach weiteren Lösungen zu sehen.
Aber es
kam anders. Inzwischen bin ich fast ein halbes Jahr dabei. Mir fiel gleich
am ersten Gruppenabend auf, dass jeder so sein durfte, wie er war. Niemand
wurde gedrängelt, etwas zu sagen. Ich mußte mich nicht verdrehen,
musste meine Gefühle nicht verbergen.
Und die
Offenheit der Leute hat mich sehr berührt. Es dauerte nicht lange,
da konnte ich etwas sehen, das ich bis dahin nicht oft gesehen hatte:
da waren leuchtende Augen, da war begeistertes Zuhören und sich Öffnen.
Jeder hatte etwas zu sagen - und diejenigen, die nichts sagten leuchteten
einfach durch ihr Lauschen. Ich fühlte dass es in dieser Gruppe etwas
gab, das mehr war als nur erzählen und zuhören. Ich fühlte
deutlich, dass sich alle in der Gruppe lieb hatten, dass sich alle aufgehoben
und wohl fühlten. Jeder in der Gruppe hat etwas an sich, das normaler
Weise in unserer Gesellschaft als "schrill" oder "abgefahren"
gilt und gerne gemieden wird. Mir sind diese Dinge nicht nur gleichgültig
- ich fühle mich sogar mit den ungewöhnlichen Eigenheiten der
Leute dort sehr wohl.
Und so
fand ich plötzlich auch meine eigenen Eigenheiten plötzlich
als Bereicherung - und fühlte nicht mehr so viel Ablehnung gegen
mich selbst, wie es normaler Weise von der Gesellschaft widergespiegelt
wird - und wie ich es mir selbst normaler Weise widerspiegele. Ich
ging richtig gerne zur Gruppe, was ich mir vorher gar nicht hatte vorstellen
können. Und ich fand mit der Zeit mein Selbstbewußtsein wieder.
Mit der
Zeit fiel mir auf, dass jeder aus der Gruppe auf seine ureigene Weise
etwas ausdrückte, das sich sehr positiv anfühlte. Der eine schrieb
Gedichte, der andere malte, wieder ein anderer fertigte mit dem PC groteske
und skurrile - aber unglaublich kreative Collagen an. Ich begann, jeden
einzelnen zu motivieren. Das, was jeder im Innersten fühlte und auf
irgendeine kreative Weise auszudrücken suchte, war zunächst
zaghaft. Dann war immer mehr Resonanz und Begeisterung zu spüren.
Was
mich nun inspirierte, diese Seite zu zu veröffentlichen, war die
Beobachtung, dass der Ansporn, etwas von sich selbst zu geben die meisten
Menschen ermutigt, ihr Leben so anzunehmen, wie es ist. Es ermutigt oft
auch sehr hoffnungslose und verängstigte Menschen, wieder auf ihr
Leben zuzugehen.
Mit Hilfe
des kreativen Ausdrucks ist es möglich, in die dunkelsten und tiefsten
bisher unbeleuchteten Ecken der eigenen Seele zu tauchen, es ins Bewußtsein
zu heben - und dadurch den Heilungsprozess in Gang zu setzen. Ich habe
in letzter Zeit so viel Hoffnung und Zuversicht gesehen, so viel neuen
Mut, dass ich die Werke hier ausstellen möchte.
Ich will
damit nicht nur den Gruppenmitgliedern ermöglichen, ihren Gefühlen
und ihren tiefsten Nöten oder ihren höchsten Freuden Ausdruck
zu verleihen. Sondern ich möchte mich damit auch bei allen für
ihr Da-sein bedanken, und gerade auch für ihr So-Sein. Und ich möchte
damit auch anderen Betroffenen Mut machen - ihre Flügel wieder auszubreiten
und zu fliegen...
Ich wünsche
Euch allen Wärme, Licht und Liebe
Regina
Kontaktadresse:
Matthias Krohn
82538 Geretsried
Telefon: 08171-919483
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