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Regina F. Rau
Ausstellungen


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Im Februar 2000 gab es einen Aufruf an alle Künstler Deggendorfs, sich beim Bemalen von Kühen zu beteiligen, die dann später versteigert würden. Ich meldete mich und es fand sich auch sofort eine Sponsorin, die eine Kuh kaufte, die ich dann nach Herzenslust bemalen durfte. Ich hatte großen Freiraum, mußte mir nur etwas einfallen lassen, das zum Thema Handarbeit passen würde...

Muhlti-Kuhlti - Deggendorfer Kuhparade
am 13. April 2002

"Zurück zu den Kühen"
Süddeutsche Zeitung, München - Bayern Seite 51n / Deutschland Seite 51 / München Seite 51 -

Datum: Samstag, 13. April 2002

leitender Künstler Peter Klonowski - Bürgermeister Johann Bielmeier -  Eigentlich sind Menschen ja keine Insbürogeher, auch keine Insolvenzverwalter: eigentlich sind ihre mit zarten Fingern versehenen Hände nicht für das Festklammern an roten Stiften geschaffen, sondern für das kraftvolle Umfassen eines Spatenstiels, für das Beackern duftender Erde. Sagen wir es so: der Mensch kommt ursprünglich vom Land, und neuerdings kommt das Land zum Menschen zurück, zum Menschen in die Stadt, in Gestalt eines riesigen Pferdes zum Beispiel, das in der Maximilianstraße steht, vorm Dienstgebäude der Regierung von Oberbayern. Es stand schon mal eines dort, ein gelbes, das neue ist aus Stahl, kreiert von Künstlerhand, und wenn man nicht allein in München herumreist, sondern auch in anderen Städten, Zürich oder New York, wird man feststellen, dass Tierskulpturen zwischen Häusern kein Einzelfall sind, sondern ein regelrechter Trend.

Tja, es ist die Zeit der Rückbesinnung aufs Wesentliche. Keine abstrakte Kunst mehr, keine Graffitis. Die Tage sind abenteuerlich genug, da will der Mensch im Kreativbereich des Lebens nicht auch noch Chaos haben, will nichts aus dem Rahmen Fallendes, keine Giraffen zum Beispiel. Er will klare Strukturen, Pferdeohren und Pferdeleiber, nicht stilisiert, sondern dinglich und real wiedererkennbar. Das Münchner Pferd ist ein Bote einer Entwicklung, wie sie sich in Amerika zunehmend durchsetzt: das Nutztier des neues Millenniums ist die Kuh. In New York standen kürzlich Kühe als lebensgroße Plastiken auf den Straßen, es gab welche, gelb angemalt wie die yellow cabs oder himmelblau wie der Himmel oder grün wie das Signet von Starbucks-Coffee. Kühe, überall Kühe – von Künstlern bemalt oder von Werbemenschen. Nach dem 11. September haben Bildhauer ein Standbild geschaffen, das aus zwei Kühen besteht. Sie haben es Twin-Cowers genannt.

bunt und ausgeflippt - die Handarbeitskuh Franzi...Die Kühe werden gelegentlich verschifft und in alle Welt verfrachtet, um in anderen Städten ausgestellt zu werden. In Zürich drängten sich vor Monaten welche, und in der Zeitung steht, der Alm-Auftrieb stehe kurz vor den Toren Münchens: morgen, um 14.44 Uhr, würden 44 von Künstlern bemalte Kühe in Deggendorf enthüllt, eine Herde schweigsamer, nicht schmutzender Tiere, mithin gleichzeitig modern und traditionell, die in den Wochen danach durch ganz Niederbayern gekarrt wird. Nach München sollten sie auch kommen, es ist, neben dem Pferd, noch Platz in der Maximilianstraße. Eine Millionenstadt sollte auf Kühe nicht länger verzichten, und wo früher Telefonzellen standen, die kein Mensch mehr braucht, wegen der Handys, sollten jetzt Kühe in den Boden gerammt werden, Kühe in allen Farben. Damit die Stadtkinder was lernen: die Stadtkinder, sagen Statistiker, glauben im Moment ja noch zu 75 Prozent, Kühe seien lila. Holger Gertz


Kuh-Parade am Sonntag, 14. April 2002
Deggendorfer Zeitung - Lokales, Datum: Donnerstag, 4. April 2002

Die Kuh Franzi mit ihrer Besitzerin - Frau Hötzl vor ihrem HandarbeitsladenDeggendorf (ab). Ihre ganze Kreativität haben die Künstler an den 44 Kunststoff-Kühen ausgetobt. Die kunterbunte Herde wird derzeit lackiert und für ihren ersten öffentlichen Auftritt am Sonntag, 14. April, vor der Stadthalle Deggendorf aufpoliert. "Man merkt, die Künstler haben lange über ihren Ideen gebrütet. Es sind keine Schnellschüsse dabei", lobt Peter Klonowski, der die Organisation des Projekts in die Hand genommen hat. Die Idee, lebensgroße Kunststoff- Kühe künstlerisch zu gestalten und in der Stadt zu präsentieren, hatte die Firma Innstolz.
Mittlerweile haben sich mehrere Schulen, Geschäfte, Künstler und Unternehmer beteiligt. Noch ist das Ergebnis der kreativen Arbeit geheim. Die Herde ist sicher vor neugierigen Blicken auf dem alten OBAG-Gelände untergebracht. Einige Tiere haben schon einen Namen: "Bullinator" heißt das High-Tech-Werk der FH-Studenten, das durchaus eine Rolle in einem Star Trek-Film spielen könnte. Pippi-Viktualia ist der Name eines Kalbs in Anlehnung an Pippi Langstrumpf - dementsprechend sieht das Vieh auch aus. Die Euro-Kuh der Sparkasse frisst Mark - und hinten kommen Euro raus. Und wen wundert's, wenn die Gestaltung der Krauth- Kuh etwas mit Kleidern zu tun und die Kuh vom "Goldenen Engel" engelgleich bemalt ist.

Zu Beginn der Innstolz-Messe am Sonntag, 14. April, um 14.44 Uhr wird die Herde vor der Stadthalle aufziehen, bevor die einzelnen Tiere dann den Platz bei ihren Besitzern einnehmen werden.

Die Kuhparade wurde am 14.04.2002 im Bayern 3 über das Fernsehen ausgestrahlt. Ich durfte dabei auch einen Satz sagen. Man holte mich ganz unverhofft vor die Kamera - und ich mußte mir in Windeseile etwas besonders lyrisches einfallen lassen, was aber in jedem Fall in Zusammenhang mit den Wünschen des Auftraggebers meiner Kuh - und meinen eigenen Vorstellungen stehen sollte. Ich glaube, es wurde ein super Lacher !


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