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Eine
Schule praktiziert es - wer
kifft, fliegt achtkantig
Private
Gesamtschule in Schwerin wegen hausinterner Drogentests in der Kritik
dpa-Meldung
vom 23.12.1998:
"Jedem
Schüler .... wird nicht nur mit seinem Namen in den Büchern
vermerkt - er bekommt auch eine Nummer. Jeden Morgen spuckt der Schulcomputer
nach dem Zufallsprinzip eine davon aus. Damit wird seit gut einem Jahr
täglich ein Schüler für den hausinternen Drogentest bestimmt.
Es ist eine strikte Regel: Wer Drogen nimmt muß gehen.
***
Nur
mit der Einverständniserklärung der Eltern zu den Tests dürfen
sie
(gemeint sind die Schüler) die Schule besuchen .
***
"Sogar
das Landeskriminalamt lehnte den Test ab und bezichtigte uns der Selbstjustiz",
berichtet Jörg Krause-Dünow und schüttelt den Kopf. Der
Geschäftsführer des 1997 gestarteten Pädagogiums versteht
die Kritik nicht.
Im ersten Jahr der Drogentests wurden zwei Schüler überführt.
Einer von ihnen wurde nach der "gelben Karte" wieder erwischt
und musste von der Schule gehen. "Hier entfernt der Geschäftsführer
einfach den Störfaktor, um die Attraktivität seines Produktes
zu erhöhen, ohne sich seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden",
hatte Wolfgang Klameth vom Landesjugendring schon im letzten Jahr kritisiert.
Heute sieht er sich bestätigt: Die Schülerzahlen am Pädagogium
sind von 63 auf jetzt 190m gestiegen."

Auch
ich bin sehr gegen Drogen. Ich habe jahrelang mitansehen dürfen,
was Drogen mit den Menschen machen. Vielleicht macht es die Leute high
- aber sie merken nicht, wie sie sich dadurch völlig von der Aussenwelt
abkapseln und kaum noch zugänglich sind. Ihre Sicht wirkt dadurch
verdreht und sie reagieren verdreht auf ihre Umwelt. Sie verstehen die
Welt gegen sich selbst und reagieren auch so, wollen Aufmerksamkeit und
Mitleid.
Ich
finde das sehr negativ.
Ich
finde auch, dass konsequente Massnahmen nötig sind. Irgendwie halte
ich den Entschluß für die Sperrung von Schülern die kiffen
auch für angebracht.
Dennoch finde ich, dass wir es uns doch ein bißchen leicht machen,
indem wir einfach sagen, dass die, die kiffen, durch solche Maßnahmen
aufgerüttelt werden.
Ich
hatte zufällig früher zu meiner Jugendzeit (vor 20 Jahren) selbst
mit diesen Szenen zu tun. Ich haute mit 15 Jahren von zu Hause ab, weil
meine Mutter mich oft so schlug, dass ich zu Hause bleiben mußte,
damit mich niemand sah... etc...
Ich
wußte nicht wo hin und kam natürlich mit dieser Szene in Berührung.
Ich merkte sehr schnell, wie krass und wie schlimm das alles ist. Und
ich fühlte mich wie ein Stück Dreck und wie der Abschaum. Dieses
Bild hatte mir meine Mutter täglich über mich selbst gegeben.
Und so war ich unter diesen Leuten und hörte mir ihre Geschichten
an, die sie selbst durchgemacht hatten. Und ich kiffte mit. Und mir wurde
schlecht und meine Gedanken funktionierten nicht mehr, wie ich es wollte
- und ich kam drauf, dass ich das so nicht lösen wollte. Ich wollte
alles mit klarem Bewußtsein regeln. Die ganze Hölle, durch
die ich durchgehen mußte wollte ich auch mit klarem Bewußtsein
erfahren und bewältigen. Ich wußte, dass die Drogen NICHT meine
Lösung waren. Und ich schaffte es !
Es gab auch welche in der Szene, die sich einfach die Birne zuballerten,
weils so geil und so lustig war. Mit solchen hatte ich oft Megastreits,
weil ich es hasste, wenn sie den anderen einreden wollten, dass es toll
sei, sich so beschissen aus der "Affaire" zu ziehen - und dauerhaft
die Schuld nur in der schlechten Welt zu suchen. Ich wollte, dass sie
erkennen, dass man selbst etwas an der eigenen Misere ändern kann,
wenn man sie sich auch nicht selbst ausgesucht hat...
Ich
will damit sagen, dass wenn ein Schüler mit dem Zeug erwischt wird,
auf jeden Fall der Hinweis dafür vorliegt, dass zu Hause was ungut
läuft. Ich will damit sagen, dass in jedem Fall auch ernsthafte Gespräche
von geschulten Leuten mit den Eltern angesagt wären - wo sie sich
über die Umstände ernsthaft informieren und innerhalb eines
angemessenen Zeitraums Möglichkeiten für eine Lösung aufzeigen
würden - und dem Kind somit eine Chance geben, an der Schule - natürlich
ohne Kiffen zu bleiben...
Ich
war als Kind z.B. an der Schule absolut verlacht und wurde ständig
belästert, weil mein Vater psychisch sehr krank war und nach aussen
hin auffällig wurde. Das war auch schon eine sehr große Belastung
für mich. Ich war aber ein sehr willensstarkes Menschlein und so
schaffte ich es bis zu meinem Auszug mit 15 von zu Hause auch ohne Drogen.
Aber
es gibt auch Kinder, die nicht im stande sind, so viel zu tragen, wie
ich als Kind trug - Und hätte mich jemand rausgeschmissen, weil ich
mir in meiner Blindheit und kindlichen Not die Birne volldröhne,
dann hätte ich vielleicht für immer geglaubt, dass ich als Mensch
nichts wert bin. Ich hätte mich vielleicht umgebracht.
Ich
finde, dass es leicht ist, zu sagen, dass man alles "alleine"
schaffen muss. Es gibt Kinder, denen hört lange erst mal keiner zu.
Die haben viel Leid zu Hause und kein Schwein schert sich was drum. Wir
waren zu viert und hatten nicht selten alle vier Lust, von zu Hause wegzulaufen.
Und alle vier haben wir später mit Drogen zu tun bekommen. Und mein
Bruder starb an den Folgen seiner Leichtgläubigkeit mit 24 Jahren.
Und wir haben es alle geschafft, seit vielen Jahren ohne Drogen mit klarem
Kopf und Verstand unser Leben zu leben und sind heilfroh darum. Aber wir
haben nicht vergessen, wie elend manchen Kindern zumute ist, weil sie
keine Menschenseele haben, der sie sich anvertrauen können.
Ich
bin absolut gegen Drogen - aber ich bin auch für eine anteilnehmende
Lösung, denn die Kinder ALLEIN haben keine Chance gegen den heutigen
Druck und unglaublichen Streß, der ihnen von der Welt der Erwachsenen
vordiktiert wird. Sie brauchen Liebe und Zuwendung. Wenn Kinder aufgehoben
sind, finden sie gar keinen Gefallen an Drogen - das ist auch in der Psychologie
erwiesen...
Ich bin gegen die Drogen - und für Konsequenz - aber nicht gegen
die Kinder, die mit der heutigen allgemein herrschenden Lieblosigkeit
nicht mehr fertig werden...
In
Liebe
Regina
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