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| Dalyan
Schildkröten-Lagune - Seite 2 |
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 Es
begann bereits so kalt zu werden, dass wir in den Kleidern, die wir während
unserer Indienreise getragen hatten stark frohren. Auch Nachts reichten
die Schlafsäcke nicht mehr hinreichend aus und so entschieden wir
uns, nach Istanbul weiterzureisen. Dort wollte Mehmet mich noch bis zur
Grenze von Edirne begleiten, um dann selbst zu seinen Eltern nach Cinarcik
weiterzufahren.
In
den letzten zwei Tagen, die wir noch in Dalyan verbrachten, hörte
ich unweit von unserem Zelt ein Kleines Kätzchen herzerweichend jammern.
Zuerst dachten wir, dass dies normal sei. Als das Kätzchen aber am
zweiten Tag noch immer jammerte, ging ich, um es zu suchen. Ich fand es
in einem Heuballen - alleine ohne seine Mutter. Weil es so kalt war und
es so aussah, als hätte die Mutter ihr Junges verlassen oder verloren,
nahm ich es mit in unser Zelt.
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 Während
der Reise trug ich das Kätzchen in einem mit Watte und Styropor ausstaffierten
Rucksack ganz nah an meinem Bauch, so dass es warm hätte. Das Kätzchen
begann eine Verbindung zu mir aufzubauen, indem es mich rief. Und wenn ich
antwortete, dann meldete es sich wieder mit einem Laut, der so klang als
wollte es sagen: ''ich weiß, dass du da bist, jetzt bin ich zufrieden...'',
um es nach einer Weile erneut zu wiederholen. Unterwegs gab ich ihm Milch
mit Wasser verdünnt zu trinken.
Wir entschieden uns wieder für den Autostop. Unterwegs campten wir
auf dem Platz einer noch im Bau befindlichen Tankstelle und verbrachten
eine eisige Nacht. Es fing schon zu schneien an und unsere Hände frohren
beim Trampen in der eisigen Luft. Aber am nächsten Tag erreichten wir
glücklich Istanbul. Wir fuhren mit dem Bus bis nach Edirne - ich hatte
das Kätzchen noch immer in meinem Rucksack und hoffte, dass die Grenzbeamten
nichts merken würden, damit ich das kleine Wesen retten konnte, denn
es war ohne seine Mutter oder einen Menschen, der ihm half nicht überlebensfähig.
Mehmet durfte mich an der Grenze nicht bis zum Grenzbereich begleiten. da
er immer noch ohne gültigen Pass war. Diesen hatte man ihm in Indien
Delhi bei unserer Rückreise von Indien geraubt.
Am Grenzübergang befragten mich die Beamten eindringlich, warum ich
so alleine ohne Begleitung herumspazierte. Als ich ihnen antwortete, dass
mein Mann von den Beamten nicht durchgelassen worden sei, weil er keinen
Pass habe, wurden sie freundlicher. Sie luden mich zum Tee ein und wir hatten
eine Menge Spaß. Das Kätzchen verhielt sich erstaunlich still.
Dann hielten die Beamten mehrere Autofahrer an und erklärten ihnen
mit gespieltem Ernst, dass sie nicht weiterfahren dürften, wenn sie
mich nicht mitnähmen. Es war mir ein bißchen peinlich - aber
nach 1 Stunde erklärte sich ein Türke in einem Merzedes einverstanden,
mich mitzunehmen. Es wurde bereits dunkel. Das war meine schnellste Fahrt
von Edirne nach Deutschland, die ich je hatte. An allen Grenzen hatte man
uns einfach durchgewinkt, die Straßen waren fast menschenleer - und
mein freundlicher Fahrer fuhr über sehr lange Strecken 180 km/h. Wir
kamen in 13 Stunden um 8.00 Uhr in München an. Das Kätzchen war
wohlauf und bekam sofort ein warmes Bettchen und etwas zum Trinken. Es hüpfte
am Abend vergnügt in der Wohnung herum - und alle freuten sich mit
mir, dass es nicht in der Türkei zurückbleiben mußte. Doch
am dritten Tag starb es und ich brauchte sehr lange, bis ich darüber
hinweg kam. |
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