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Zuerst
führte uns der Töpfer, bei welchem Sezgin für seinen Stand
an seinem Campingplatz am Theater in Side kaufte, in seiner Töpferwerkstadt
herum. Er erzählte uns alles über seinen Ton, wo er ihn fand
und wie er ihn vorbereitete. Er zeigte uns, wie er arbeitete, und wir
durften es auch einmal versuchen. Die Drehscheiben waren noch fußbetrieben
- und so könnt ihr euch vorstellen, dass unsere wunderbaren Werke,
die zunächst wirklich toll aussahen - wenn sie eine bestimmte Höhe
erreicht hatten - schrecklich eierig wurden - oder gleich von der Töpferscheibe
flogen und mit einem flotten Klatschan der nächsten Wand landeten.
Dann führte
der Töpfer uns zu seinem Brennofen. Er nahm sich richtig viel Zeit
für uns und es war sehr spannend. Leider hatte er Käsefüße,
die in schon recht ältlich anmutenden Stiefeln steckten... die stanken
so zum Himmel, dass ich manchmal schnell um die Ecke rannte , um eine
Nase voll Frischluft zu tanken...
In seiner Brennerei
sah sah es richtig abenteuerlich aus. Mir wurde ganz merkwürdig zumute,
als wir hier standen und er die Klappe zum Ofen öffnete. Es war ein
riesiges kegelförmiges Gebilde. Er zeigte uns die Fehler, die ein
Töpfer machen konnte - und worauf zu achten sei, wenn man möglichst
wenig Ausschußware produzieren wollte.
Dann wurde
er plötzlich sehr ruhig und sein Blick schweifte in die Ferne. Er
sah seltsam aus und ich bekam eine Gänsehaut. Da erzählte er
uns eine ziemlich grausige Geschichte. Es gab in dem Dorf vor langer Zeit
noch einen Verrückten, der ihm gelegentlich zur Hand ging. Er machte
seine Arbeit wirklich gut. Eines Tages, da sollte er wieder mal nach dem
Ofen sehen und Stroh hineinwerfen. Er ging hin, öffnete die Klappe
... und sprang direkt selbst hinein. Er sah sehr vergrämt aus, als
er es erzählte und ich sah, dass er den Schmerz noch immer nicht
überwunden hatte.
Er sagte, dass
die Temperatur in diesem Ofen oft über 1000°C heiß wurde.
Ich dachte, so müsste es sein, wenn einen die Lava eines Vulkans
verschlingt. Diese Geschichte hat mich noch lange nachdenklich gestimmt.
Ich kaufte
mir bei diesem Töpfer eine kleine niedliche Sammlung von Amphoren
und Wassertöpfen - die ich heute noch besitze; und zwei größere
schöne runde Tontöpfe in ziegelrot. Sie sind alle bis heute
in Gebrauch... es ist ein herrliches Gefühl, mit echten geschnitzten
Holzlöffeln aus der Türkei daraus zu essen.
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