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Epilog
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Bevor
ich mit dem Bericht beginne, möchte ich darauf hinweisen,
dass ich absichtlich schonungslos und frei in alle Bereiche
hineinleuchte. Das betrifft sowohl die Aufzählung aller
aufgetretenen Leiden - auch die der rein weiblich bedingten
- als auch die privaten Zusammenhänge mit Beziehungskonflikten
und den daraus resultierenden Ernährungskonflikten.
Dies tue ich bewusst, um - wenngleich auch nur am Rande -
auch auf die Konflikte hinzuweisen, die entstehen können,
wenn man sich nicht für einen Weg entscheiden kann. Dieses
Problem ist mir während meiner Erfahrungen mit der Rohkost
nicht nur einmal begegnet. Immer wieder traf ich auf das Beziehungsproblem.
Und immer wieder erfuhr ich, dass dieses Thema ein Tabubereich
zu schein schien, über den niemand sprechen wollte. Dabei
denke ich, dass die Erfahrungen mit der Ernährung genauso
wichtig sind, wie die Erfahrung mit einem Beziehungsleben
in diesem Zusammenhang. Nach meiner bisherigen Erfahrung entstanden
diese Beziehungskonflikte
nicht selten dann, wenn sich ein Partner für einen neuen
Lebensweg entschieden hatte, und der andere Partner stehen
bleiben wollte. So lange er den neuen Weg des Partners respektierte,
gab es kaum Probleme. Ich habe aber - einschliesslich meiner
eigenen Geschichte - tragische Fälle erlebt, in welchen
es jahrelang "Der Tanz mit dem Teufel" zu sein schien
- weil man sich trotz der immer größer werdenden
Unterschiede nicht entschliessen konnte, den geliebten Menschen
loszulassen.
Die Beziehungsproblematik ist eine der häufigsten Ursachen
für Rückfälle und schwere Krisen auf dem neuen
Weg...
Mein Rohkost-Erfahrungsbericht
Im
Babyalter
Meine erste Erinnerung über Ernährung
geht bis zurück ins Babyalter. Ich sehe noch die Bilder
vor mir, wie meine Mutter immer wieder liebevoll versucht,
mich dazu zu bringen, meinen Spinat herunterzuschlucken. Meistens
wehre ich mich. Manchmal tue ich ihr den Gefallen. Aber die
Freude meiner Mutter hält nicht lange an - denn ich übergebe
mich schon kurz darauf wieder...
Dass ich wegen dieser Nahrungsverweigerung - wie man es wohl
nannte - damals in die Kinderklinik mußte, um dort zwangsernährt
zu werden, hat mir meine Mutter später erzählt.
Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Dafür erinnere
ich mich aber daran, dass mir auch im Kindergarten permanent
schlecht war - und ich mich nicht selten erbrach.
Kindheit
Meine Mutter kochte gutbürgerliche
Küche. Es gabt auch öfter mal Milch- und Mehlspeisen,
viele Nudelgerichte - Gulasch, Spaghetti, Geschnetzeltes,
Pizza, Ente oder Schweinebraten mit Knödeln - viele Innereien,
vor allen Dingen Leber, Nieren und Lüngerl.
Ich litt ständig unter so niedrigem Blutdruck, dass ich
oft Schwindelanfälle bekam und hinfiel. Milch und Milchprodukten
beantwortete mein Magen mit stundenlangen, wirklich schrecklichen
Magenkrämpfen und Durchfall. Ich fühlte mich permanent
so müde, dass ich mich am liebsten schlafen gelegt hätte.
Morgens war es besonders schlimm. Das dauerte so bis etwa.
10.00 oder 11.00 Uhr, verging dann eine Weile, um mich dann
am frühen Nachmittag (ca. 15.00 bis 17.00 Uhr) erneut
zu quälen. Außerdem kam noch die erdrückende
Konzentrationsschwäche dazu, mit der ich während
meiner gesamten Schulzeit zu kämpfen hatte.
Als ich schon in der 6. Klasse war, begannen meine Knie so
sehr zu schmerzen, dass ich nachts oft im Stillen im Bett
weinte. Manchmal versagten mir am Tage meine Knie den Dienst
- z.B. dann, wenn ich den Bus noch rechtzeitig erreichen wollte.
Sie knickten einfach weg und ich fiel deswegen oft hin. Diese
Krankheitssymptome begleiteten mich bis in meine späte
Jugend- und Reifezeit.
Jugendzeit
Ich litt ständig unter roten Flecken
im Gesicht, die Untersuchungen ergaben, dass es keine Akne
sei - aber eine bis dahin unbekannte Hautkrankheit. Ich fror
auch in geheizten Räumen, hatte häufig Taubheitsgefühle
in den Armen, Beinen, Händen und Füssen. Manchmal
hatte ich das Gefühl, als würde ich von einer unbekannten
Kraft am Hals gewürgt. Als sei etwas in meinem Hals,
das ich nicht herunterschlucken konnte. Eine Schilddrüsen-
Ziselierung brachte keinen Befund.
Mit
20 Jahren
Ich ernährte mich immer noch von
gutbürgerlicher Kost - allerdings begann ich schon kleine
Kochgewohnheiten zu verändern. Ich reduzierte die Fettmenge,
mit der ich kochte auf ein Minimum, machte meine ersten Erfahrungen
mit Vollkornreis, entdeckte, dass Gemüse, dass nur sehr
kurz gegart wurde, seine frische Farbe behielt und weit besser
schmeckte als ich es von früher kannte. Ich ging auch
gerne gut essen - probierte Schildkrötensuppe, Hummer
und ich aß für mein Leben gerne Schnecken.
Erste
große Wende - ich werde Vegetarier
Nach einem Film
Von Werner Fassbinder, in dem eine unverblümte Szene
im Schlachthof vorkam, begann ich mir erste Gedanken über
den Verzehr von Fleisch zu machen. Wochenlang konnte ich kein
Stück Fleisch mehr sehen. Allein der Gedanke daran verursachte
elende Übelkeit. Einige Jahre später, mein Sohn
war schon geboren, sah ich erneut einen Film, in dem gezeigt
wurde, wie Rinder in einem islamischen Schlachthof im Massenverfahren
geschächtet wurden. Diese Szene zeigte mir zum ersten
Mal die ganze Härte und Grausamkeit, mit welcher wir
Menschen blind glauben, Tiere für unsere Zwecke missbrauchen
zu dürfen. Nach diesem Film begann ich zum ersten Mal
darüber nachzudenken, ob das Fleisch - ob die Tiere -
wirklich unbedingt zu unserem Erhalt auf den Speisezettel
müssen - oder ob es eher eine Genusssucht von uns Menschen
ist... zumindest von den Menschen, für die genügend
andere Nahrungsquellen zur Auswahl stehen. Und es dämmerte
mir, dass wir für die Befriedigung dieser Sucht nicht
davor zurück schrecken unseren Mitgeschöpfen jede
nur erdenkliche Qual zuzumuten und dass wir jedes Argument
nutzen, um diesen Zustand rechtfertigen zu können.
Nicht lange darauf hatte ich eine
Vision, in der mir
ein gehäutetes Kalb erklärte, dass alle Menschen
das Tier, das sie essen wollten - selbst töten müssten.
Denn dann würde fast niemand mehr Fleisch essen wollen.
Dieses Kalb forderte mich auf, für diese Wahrheit zu
kämpfen.
So kam es zur ersten großen Veränderung meiner
Küche und auch meiner Lebenseinstellung. Es kamen keine
Tiere mehr auf den Tisch. Es folgten noch einige Visionen,
die mir die Tragik des Teufelskreises erst so richtig vor
Augen kommen liessen. So wurde mir auch klar, wie wahr Leo
Tolstois Ausspruch ist:
So
lange wir Schlachthöfe haben,
werden wir auch Schlachtfelder haben...
Leo Tolstoi
Der Leidensweg nahm kein Ende. Nicht
selten quälte mich heftige Migräne, Magenbeschwerden
- bis hin zur Gastritis. Und zuletzt gesellten sich zu allem
schwere Depressionen. Wieder nahm ich die schwere Müdigkeit
wahr, Konzentrationsschwierigkeiten machten mir am Arbeitsplatz
zu schaffen. Stets hatte ich mit extremer Übelkeit zu kämpfen,
konnte mich nicht richtig auf meine Arbeit einlassen. Das ging
wie schon in der Kindheit morgens bis ca. 10.00 Uhr, um dann
bis ca. 15.00 Uhr wieder zu verschwinden.
Eines Tages - ich war gerade 21 Jahre alt, suchte ich einen
Arzt auf, um ihm mein "Überbein" zu zeigen: An
den Fußballen hatten sich Knoten gebildet, die waren knochenhart
und schmerzten so, dass schon das Tragen von Schuhen große
Schmerzen bereitete. Ich konnte nur noch mit Krücken laufen.
Dann kamen dicke Knoten an den Fingerknochen hinzu. Diagnose:
Gicht!
In den Fersen bildeten sich 2-4 mm tiefe, blutende Risse. Plötzlich
begann meine Nase sich zu verformen. Sie eiterte und krustete.
Dieser Prozess zog sich über mehrere Monate hin. Am Hinterkopf
bildete sich ein haselnuss großes Geschwür. Der Arzt
riet mir dringend, mich operieren zu lassen. Ich hatte Angst
und ging nicht hin. Aber es wuchs weiter.
Dann erlitt ich mit ca. 26 Jahren am Arbeitsplatz einen Hexenschuss.
Ich hatte starke Wirbelsäulen und Bandscheibenschmerzen.
Eine Röntgenaufnahme zeigte, dass die Wirbelsäule
verkrümmt war und ausserdem schief stand. Immer wieder
holten mich schwere Depressionen ein - manchmal wußte
ich nicht, wie ich die Nacht, den nächsten Tag überstehen
sollte. Aber ich wußte nicht, woher diese Dunkelheit kam.
Nach einer aussergewöhnlichen Adress-Schreibe-Aktion in
der Arbeit stellte mein Arzt eine chronische Sehnenscheidenentzündung
fest. Ich konnte meine Arbeit nicht mehr ausführen.
Mit
27 Jahren
Ich wurde schwanger. Noch während
meiner Schwangerschaft reiste ich in die Türkei, um dort
mit meinem damaligen türkischen Freund eine Familie zu
gründen. Während der gesamten Schwangerschaft aß
ich ungewöhnlich viel Fleisch und vor allem Milz. Ich
lebte bei den Eltern meines Freundes - es war eine Metzgerfamilie,
die nicht müde wurden, mir zu beteuern, wie wichtig die
Vitamine und Minerale und das Eiweiß des Blutes von
Tieren gerade während der Schwangerschaft für das
Kind seien. Dazu gab es meistens Weißbrot und gekochten
Reis oder Mehlspeisen. Auch die Nachbarinnen erklärten
mir, dass das Kind besonders kräftig würde, wenn
ich bei dieser Ernährung bliebe.
Im April 1987 erblickte mein Sohn in einem kleinen Provinzkrankenhaus
in der Türkei das Licht der Welt. Nach der Entbindung
hatte ich nach einem Dammriss, der anschliessend von einer
unerfahrenen Arzthilfe falsch zusammengenäht wurde, schreckliche
Schmerzen im Damm, konnte 8 Tage nach der Geburt des Kindes
noch immer nicht auf die Toilette gehen.
Bereits 4 Wochen nach der Geburt erkrankte mein Sohn am ganzen
Körper mit ziemlich großem, nässenden und
blutenden Ausschlag. Wir versuchten es mit Heilsalben und
Heilcremes. Als der Ausschlag so schlimm wurde, dass mein
Baby fast rund um die Uhr weinte und schrie, beschloß
ich eine Rückreise nach Deutschland.
Fast zeitgleich brach die Freundschaft mit meinem türkischen
Freund und Vater unseres Sohnes entzwei. Kurz darauf lernte
ich meinen Mann noch in der Türkei kennen.
Dann reiste ich zusammen mit meinem Sohn nach Deutschland
an. Dort stellten die Ärzte eine chronische Dermatitis
fest. Man erklärte mir, dass ich nun stark sein müsse,
weil mein Baby wohl mit dieser Krankheit leben müsse.
Man könne vielleicht ein wenig lindernd mit Salben helfen.
Aber grundsätzlich wisse man noch gar nicht, um welche
Art von Hautkrankheit es sich bei diesen Symptomen handele
und man wisse daher auch nicht, wie sie zu heilen sei.
Wendepunkt
mit 28 Jahren
Das war der entscheidende Moment,
wo ich unser Schicksal nicht länger der Verantwortung
von Ärzten und Fremden Personen überlassen wollte.
Ich begann mir tiefe Gedanken über mein vergangenes Leben
- über meinen eigenen Leidensweg und eventuelle Zusammenhänge
zu machen. Ich dachte über die Natur nach, über
das Verhalten von uns Menschen - über die Schöpfung
und den möglichen Sinn, den Zusammenhang hinter allem.
Als ich im tiefsten Tal der Verzweiflung angekommen war, wußte
ich keinen anderen Ausweg mehr - als zu beten!... und ich
"erfuhr", unter anderem, dass einer unserer entscheidenden
Fehler darin besteht, dass wir unsere Nahrung "totkochen".
Sofort nachdem mir die tiefe Wahrheit
dieser Erkenntnis bewußt wurde, reiste ich in die Türkei
und heiratete. Auch meinen Mann begeisterte die Entdeckung
und er entschloss sich, diesen Weg gemeinsam mit uns zu versuchen.
Übergang zur Rohkost
Ich hatte zu dieser Zeit weder Bücher,
noch Freunde oder Nachbarn noch gab es irgendwelche Leute,
die ich um Rat hätte fragen können. Auch Bücher
gab es in der Türkei keine, die ich bezüglich meiner
Erkenntnis hätte lesen können, um zu erfahren, wie
die Zusammenstellung der Nahrung im Sinne der Natur unseres
Schöpfers auszusehen hat.
So ließ ich mich entgegen der Schreckensvisionen derer,
die uns nun beobachten und selbst entgegen der Bedenken meines
Ehemannes und meiner Mutter, von meiner Intuition leiten.
Umstellungsphasen:
1. Phase:
Gemüse nur noch so, wie sie sind in Wasser garen, bis
sie die volle Farbe haben. Dann ohne Zutaten essen...
Die ersten Ergebnisse schon während der ersten Phase
waren so unglaublich, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr
herauskam. Täglich erlebte ich neue Wunder. Ich erlebte
großes Glück und fand neue Kraft. Bei meinem Sohn
erlebte ich schon nach 3 Wochen! den Rückgang aller Beschwerden
bis auf vereinzelte Bläschen im Gesicht
2. Phase:
Rohkostsalate mit viel geraspeltem Gemüse, Joghurt und
gequollenen Samen.
Täglich sieht mein Sohn gesünder aus. Seine Augen
strahlen wieder und seine Hautfarbe ist frisch und gesund.
Er ist vergnügt und fröhlich.
3. Phase:
morgens Obst. mittags Rohkostsalate mit viel geraspeltem Gemüse,
gequollenen Samen. Nachmittags, Datteln oder Feigen, Nüsse.
Abends: Rohkostsalate.
Wir machen weiter. Nach und nach verschwinden zu meiner Verwunderung
auch meine Beschwerden - auch eine deutliche Besserung des
psychischen Zustands stellt sich ein.
4. Phase:
morgens Früchte, anschließend 2-3 Löffel voll
gequollenes Getreide, 2-3 Datteln oder Feigen - (Mittags Orangen,
danach Romana-Salat und Petersilie frisch gegessen, Abends
anderes Gemüse.
Langsam fielen als Nebeneffekt auch Seifen, Shampoo und andere
Dinge weg. Die Haut fühlte sich nicht mehr überfettet
an, so dass wir auf diese Produkte fast gänzlich verzichten
konnten. Selbst beim Wäschewaschen genügte oft reines
Wasser, weil es jetzt ja nicht mehr galt, irgendwelche schwer
zu entfernenden tierischen oder auch Pflanzlichen Kochfette
zu entfernen, die wir früher durch die Haut mit dem Schweiß
ausgeschieden hatten. So zu leben fiel mir nicht schwer, denn
wir zogen damals an einen der herrlichsten Strände im
Südwesten der Türkei auf einem wunderbar ruhigen
Campingplatz...
Dazwischen kamen kleinere Fastenkuren - vereinzelte Tage,
wo ich nur reines Wasser trank - oder mehrere Tage hintereinander,
wo ich entweder nur klares Wasser trank - oder auch das wegließ.
Das längste Fasten dauerte 7 Tage. Bei dem letzten Fasten
erlebte ich das Auftreten von körperlichen und psychischen
Symptomen, Ängsten und Depressionen, die ich während
der Zeiten der Depressionen und während der Einnahme
der starken Psychopharmaka um 1979 und 1981 gehabt hatte.
Ich erkannte, dass dies die Ausleitungskrise der Psychopharmaka
war, die nun aus meinen Körper ausgeschieden wurden.
Nach ca. 9 Monaten 100%-tiger Rohkost blieb meine Menstruation
aus. Als ich wieder in Deutschland war und mich wegen meiner
verkrümmten Wirbelsäule erneut röntgen ließ,
erklärte mir mein Orthopäde ungläubig, dass
meine Wirbelsäule wieder gerade steht und keine Verkrümmung
mehr festzustellen ist.
Es interessierte mich, wie es wohl sein würde, wenn ich
den Gemüseanteil wieder erhöhen würde und ich
probierte es aus. Da kamen sie wieder: die beißenden,
juckenden und brennenden roten Flecken in meinem Gesicht;
Juckreiz mit Bläschenbildung am ganzen Körper; wieder
bildeten sich die tiefen Risse in meinen Fersen (ich konnte#
kaum laufen; Wirbelsäulenschmerzen und Blähungen
stellten sich ein.
Ich war auch neugierig darauf, wie eine Erhöhung des
Getreideanteils wirken würde. Das Ergebnis waren verheerende
Blähungen (es hätte nicht viel gefehlt und ich wäre
wie ein Gasluftballon davongeflogen. Einmal mußte ich
mir deshalb meinen Platz im Freien zum Schlafen suchen, weil
ich es meinem Mann nicht mehr zumuten konnte. Die Risse in
den Füssen vergrößerten sich - und es bildeten
sich Risse in den Hautfalten von Ohren, Nase und Mund. Die
Haut am ganzen Körper begann zu brennen und zu jucken.
Zufrieden mit meinen Testergebnissen kehrte ich schnell wieder
zu meiner Kost mit 50% Früchteanteil, 30% Salat- und
Kräuter, 15% Gemüse, die über der Erde wachsen.
Und 5% Getreide, Samen oder Nüsse. Ich fühlte mich
herrlich leicht, frisch, unternehmungslustig, fröhlich,
zufrieden und gesund. Auch meinem Sohn ging es sehr gut.
Es kam eine Zeit, da kam ich mit meiner Lebensanschauung und
Praxis sehr ins Gehege mit meinem Mann, der der Auffassung
war, dass ich diese Lebensweise ja für mich leben könnte,
sie aber nicht meinem Kind aufzwingen dürfe. Ich konnte
diesen Konflikt nicht beilegen, war aber auch nicht bereit,
mich von ihm zu trennen. Es folgte eine sehr schwere Zeit,
während der ich mich zwischen meinem Weg und meinem Mann
hin und her geworfen fand. Der Konflikt wurde für alle
unerträglich. Ich fing an gekochte Nahrung zu essen.
Die Konflikte spitzten sich so sehr zu, dass ich mich von
Mann und Kind trennte, um in Indien wieder zu mir zu finden
und zurückzukehren.
In Indien esse ich 4 1/2 Monate lang reine Früchtekost
und fühle mich glücklich wie noch nie.
Nachdem ich die erste schwere Zeit in Indien alleine bewältigt
hatte (Zelt und Rucksack), rief ich in Deutschland an - mein
Mann reiste mir nach und wir versuchten es mit einem neuen
Start. Doch schon bald zeigte sich erneut die Undurchführbarkeit
dieses Versuchs. Und wieder konnte ich mich eine zeitlang
nicht dazu entschliessen, mich zu trennen. Und so kam es zu
meinem ersten schweren Rückfall.
1.
Rückfall mit 32 Jahren (1992) - nach inzwischen mehr
als 2 Jahren Rohkost
Es fing mit einem Maiskolben an. Alle
alten Gelüste stellen sich wieder ein: Salz, Gewürze,
Gekochtes... Der Rückfall wurde täglich schlimmer,
steigerte sich bis zum Fressexzess, dauerte insgesamt ca.
2 Monate an.
Die
Folgen:
| 1. |
Totaler
Absturz der Vitalität |
| 2. |
Totale
Verstopfung |
| 3. |
Körperlicher
Zusammenbruch |
| 4. |
Grippeinfektionen |
| 5. |
extrem
übelriechende Schweißbildung |
| 6. |
Zahnfleischbluten
sowie Gebissverfall |
| 7. |
Starke
Wirbelsäulenschmerzen |
| 8. |
Blähungen
|
| 9. |
Wieder
Auftreten der Menstruation (zuerst leicht dann:
|
| 10. |
sehr
heftige Monatsblutungen mit starker Absonderung
der Plazenta - ich brauche häufig Windeln statt
Binden |
| 11. |
starker
Ausfluss |
| 12. |
Im
September, November, Dezember 1992 sowie im Januar
1993 (ich bin inzwischen wieder in Deutschland)
habe ich extrem starke Blutungen mit hühnereigroßen
Plazenta-Absonderungen, brauche in 2 Tagen 2 volle
Packungen Binden plus Handtücher... Als ich
mich deswegen in einem Klinikum untersuchen lasse,
sind die Ärzte ratlos. Sie raten mir zu einer
totalen Unterleibsoperation, was für mich natürlich
nicht in Frage kommt. |
| 13. |
schmerzhaft
angeschwollene Arme, Beine - sind teilweise wie
"aufgeblasen" - vermutlich vom Salz |
| 14. |
Risse
in den Fersen, Zehen |
| 15. |
bleierne
Müdigkeit |
| 16. |
Konzentrationsmangel
|
| 17. |
zeitweilig
extreme Sehschwächen - muß mich manchmal
über die Straße führen lassen. |
| 18. |
schwere
Träume |
| 19. |
Angstzustände
|
| 20. |
schwere
Depressionen, Verlassenheitsgefühl |
| 21. |
Taubheitsgefühl
in Armen, Händen, Beinen und Füßen
Frieren auch in geheizten Räumen |
| 22. |
Würgegefühl
im Hals |
| 23. |
häufige
Migräne |
| 24. |
Gicht
|
| 25. |
Risse
in den Hautfalten von Nase und Mund ständiges
Abpellen Wundsein und starkes Brennen der Gesichtshaut
starkes Hautjucken am ganzen Körper |
| 26. |
Geschwür
am Hinterkopf wächst wieder und schmerzt oft
sehr, verursacht starke Kopfschmerzen |
| 27. |
Tiefe,
blutende Risse in den Fersen, schmerzt sehr beim
Gehen |
| 28. |
Risse
in Händen |
| 29. |
Fußnägel
eitern und schmerzen beim Gehen. Bei Untersuchung
eines Nagelabstriches konnte kein Pilz festgestellt
werden. Auch früher verabreichte Mittel auf
Pilzerkrankung ergaben keine Besserung. |
|
2.
Rohkoststart - ab 33 Jahre (Juni 1993) wieder Rohkosternährung
mit gleichzeitigem Weglassen von Salz
und anderer 'Fabrikwürze'. Einzige Ausnahme: kaltgepresstes
Öl: Sonnenblumen-, Distel-, Walnussöl aus dem Reformhaus.
Zunächst Abklingen aller Beschwerden.
| 1. |
Bei
Zugabe von, keimfähigem Getreide aller Art,
auch bei Keimlingen - Beschwerden tauchten auf wie
früher. Es fing mit aufgeplatzten Mundwinkeln
an, starken Blähungen, Verstopfung, Ausschlägen
am ganzen Körper sowie Brennen und Jucken im
Gesichtsbereich, Migräne, Gicht und starken
außergewöhnliche Blutungen... |
| 2. |
Bei
Essen von Kohl aller Art: Blasenbeschwerden, Brennen
beim Wasserlassen, ständiges Drücken der
Blase, Blähungen, Kälte-, und Taubheitsgefühl
in Armen und Beinen, Händen und Füssen.
|
| 3. |
Wurzelgemüse:
Blähungen, Verstopfung, Gicht, Jucken der Gesichtshaut...
|
| 4. |
Weglassen
von Getreide, Nüssen, Kohl sowie Wurzeln
alter Art brachte Linderung, Besserung, Wohlbefinden
- aber immer wieder stellten sich Gelüste
auf "feste Nahrung" ein. Ich wußte,
dass es damit zu tun hatte, dass ich dieses Mal
nicht mit einem vorhergehenden Fasten umgestellt
hatte. In meinem Darm befanden sich immmer noch
die "Geschmacks-Informationen" von der
Kochkost. Also entschloss ich mich, einfach mit
der Rohkost weiterzumachen.
|
|
Ich stellte mir einen Zeitplan auf,
den ich gut einhalten kann:
| 1. |
Morgens
zum ersten Frühstück. frisches wasserhaltiges
Obst |
| 2. |
Morgens
zum zweiten Frühstück: Bananen |
| 3. |
Mittags
- je nach Lust und Bedürfnis: Früchte
oder Gemüsefrüchte. Häufig wie gewachsen
aber auch im Salat mit frischen Kräutern und
kaltgepresstem Öl angemacht (ohne Salz!). |
| 4. |
Nachmittags
- je nachdem, wie das Mittagessen ausgefallen ist,
fällt diese Mahlzeit weg. Gelegentlich kleine
Früchtemahlzeit oder leichtes Gemüse -
je nachdem, was es mittags gab. |
| 5. |
Abends
- Gemüsesalate - mit Avocadosoßen, Wurzel-
und Knollengemüsen sowie Nüssen angereichert.
|
|
An Sylvester 1994 beschloss ich, das neue Jahr mit einem Fasten
zu beginnen.
Bis jetzt waren die ewigen Hungergefühle und einige andere
Zipperlein nicht verschwunden.
| 1. |
1
Tag Fasten mit Wasser |
| 2. |
Danach
2 Tage mit Orangen, Mandarinen, Birnen und Apfel
|
| 3. |
Direkt
danach 4 1/2 Tage Fasten mit Wasser. Ab dem 2. Tag
auch mit Einläufen. |
| 4. |
Am
6. Tag Beginn mit Obstsaft. Mittags Orangen, Mandarinen,
Abends Orangen, Birnen und Mandarinen. |
| 5. |
Am
nächsten Tag Beginn mit Obst, Mittags leichter
Salat... |
|
Befinden
während des Fastens
| 1. |
starkes
Hungergefühl, Durst. Durst verstärkt sich
nach Trinken von Wasser. |
| 2. |
Am
2. Tag Schwäche, Schwindelgefühl. |
| 3. |
Am
3. Tag Nachlassen des Hunger- und Schwächegefühls.
|
| 4. |
In
der 3. Nacht plötzliches starkes Anschwellen
der Lymphknoten im Halsbereich, Blut steigt in den
Kopf, Beklemmungsgefühl, Atemnot. |
| 5. |
Am
4. Tag erneutes, starkes Hungergefühl, Nachts
nadelstichartige Schmerzen im Blasenbereich. Schmerzen
den Blutgefässen. Harter Knoten und blaue Färbung
um den Knoten in linkem Unterarm in Blutgefässen.
|
|
Befinden
nach dem Fasten
| 1. |
keine
Blähungen mehr |
| 2. |
Taubheitsgefühl
in den Extremitäten lässt nach |
| 3. |
kein
"Heißhunger" mehr auf "feste
Nahrung" |
| 4. |
Verhornung
der Fußsohlen verschwindet |
| 5. |
Schwellung
der Lymphknoten geht ganz zurück |
| 6. |
Der
Knoten am linken Arm wird kleiner, verschwindet
am 6. Tag nach dem Fasten |
| 7. |
Kein
Appetit auf Salate - großer Appetit auf saftige
Früchte. |
|
Am
01.03.1994 zog ich mit meinem Sohn in eine abgelegene, landschaftlich
sehr ruhige und schöne Gegend. Die Renovierungsarbeiten
am Haus bewältigte ich durch die Rohkost spielend. Es
war zum Teil schwere körperliche Arbeit, wie z.B. in
der Scheune auf den Balken, die sich 3 Meter über dem
Boden befinden balancieren und 4 Meter lange Balken und Bodenbretter
verlegen... Zu dieser Zeit standen große Mengen Avocados,
Bananen und Nüsse auf dem Programm. Allerdings verursachte
zu viel schweres Gemüse oder Nüsse immer Übelkeit,
Verstopfung, Blasenbeschwerden, Gliederschmerzen und Müdigkeit...
Später tauschte ich die Hälfte der Blattsalate durch
Wiesenkräuter wie z.B. Löwenzahn, Bärenklau,
Ampfer, Sauerampfer, Wegerich, Brennnesseln, etc. ein, die
ich ständig abwechselte. Die Kräuter bekamen mir
sehr gut - und ich hatte ein allgemein besseres Wohlbefinden.
mit
36 Jahren (Winter/Frühjahr 1996) Erfahrung mit reiner
Orangenkost
Eines Tages erfüllte mich eine
solche Sehnsucht danach, mich so leicht wie nur irgend möglich
zu ernähren, dass ich überlegte, welche Frucht dafür
in Frage kommen könnte. Ich erinnerte mich daran, dass
mir die Orangen in vielen Lebenssituationen, in welchen es
mir schlecht ergangen war, allein schon durch das Verströmen
ihres herrlich aromatischen Geruchs Linderung verschafft hatte.
Und so fiel meine Wahl auf die Orange.
In den folgenden Wochen fühlte ich mich leichter und
leichter. Und ich konnte förmlich das Leuchten der Früchte
aus mir heraus sehen. Es ging mir so prächtig, dass ich
bereits darüber nachzudenken begann, ob es mir nicht
möglich sein sollte, mich überhaupt nur noch von
Orangen zu ernähren. Aber da machten mir die Jahreszeiten
einen Strich durch die Rechnung. Im Frühjahr begannen
die Orangen fade zu schmecken. Und so hörte ich wieder
damit auf.
Mit
39 Jahren (1999) 2. Rückfallphase, die 2 Jahre andauert.
Aus letzteren winde ich mich aufgrund meiner stetig wachsenden
Leiden mit großen Anstrengungen immer wieder heraus.
Im
Frühjahr 2001 Rohkost bis Herbst 2009
Diesmal - so dachte ich mir, gehe ich
es ruhig an. Ich mochte nicht Fasten - aber ich wollte unbedingt
wieder zur Rohkost zurück. Es fing damit an, dass ich
nichts mehr einkaufte. Die letzten Vorräte an Reis, Kartoffeln,
und Nudeln mischte ich unter die Salate - was mir sehr leicht
fiel. Und als sie aus waren - das dauerte nicht so lange,
weil ich bei meinem Entschluss kaum noch Vorräte gehabt
hatte - ging der letzte Schritt so leicht, dass ich mich richtig
wunderte. Denn im Gegensatz zu früher, hatte ich diesmal
wenigstens zu Beginn - keine Heißhungerattacken. Und
genau vor diesen Attacken hatte ich mich bisher so sehr gefürchtet.
Als sie sich dann nach ca. 2 Wochen doch einstellten, war
ich schon so vertraut und glücklich mit meinen Früchten
und Salaten, dass ich sogar auf einem Hochzeitsball und auf
meinem 25-jährigen Klassentreffen strahlend abdankte,
als man mich mit den üblichen Schlemmereien bedienen
wollte. Stattdessen ging ich in die Küche und sprach
mit dem Koch....
Was mir dann feierlich vor allen anderen serviert wurde, trieb
mir ein triumphierendes Lächeln ins Gesicht und meinen
lieben Tischnachbarn den blanken Neid. Ich bekam frsiche Salate
auf riesigen Tortentellern präsentiert, dass einem das
Wasser im Munde zusammenlaufen musste. Und statt der "Mousse
aux chocolat" bekam ich einen herrlichen Früchtekelch
mit den ausgefallensten Früchten darin. Ich erlebte sogar,
wie einige meiner Klassenkameraden - wir waren immerhin 22
Leute - beim nächsten Mal lieber auch Salatplatten bestellten.
Als ich frühmorgens frisch fröhlich in den nahen
eisig kalten Alpensee zum Schwimmen ging, waren plötzlich
alle Männer mutig und wollten es auch versuchen.
Es ist wohl eine der Nebenerscheinungen der Rohkost, dass
ich statt der heißen Duschen oder Bäder (hab mich
früher auch in der Dusche oder im Bad fast gargekocht)
kaltes Wasser nun einen Sprung ins kalte Wasser vorziehe)fröhlich
macht)
Gekommen ist keiner - bis auf einen, der bei einer späteren
Wanderung noch eins drauf setzte: er zog sich mitten in der
Wanderung ohne Vorwarnung aus und sprang über eine 15
Meter hohe Klippe in den eiskalten See...
seit
September, Herbst 2009
Bis September 2009 ernährte ich
mich mit kleinen Ausnahmen wieder von der Rohkost. Und ich
machte eine wichtige Erfahrung mit einem Versuch in die Richtung
der "Lichtnahrung". Wie es dazu kam - und wie dieser
Versuch verlief, könnt ihr in " Mein Weg - zur ersten
Erfahrung mit der Lichtnahrung" im Menü "Lichtnahrung-Inhalt"
nachlesen.
Seit September 2009 lebe ich in einer neuen Beziehung. Ich
begleite derzeit meinen Mann bei der Umstellung auf die Rohkost
auf gleicher Ebene - zwischen 60-80% Rohkost. Das hatte natürlich
auch zur Folge, dass verschiedene Zipperlein von früher
sich wieder meldeten. Ich nehme das aber gerne in Kauf, weil
ich sehe, dass die Partnerschaft dadurch viel harmonischer
verläuft, ihm auch die Umstellung viel Freude bereitet
- und wir gute Schritte machen. Inzwischen haben wir auch
schon wieder frische Kräuter auf dem Teller. Meiner Erfahrung
nach wirkt sich ein zu großer energetischer Unterschied
auch auf anderen Ebenen nicht so vorteilhaft für eine
Beziehung aus. Ein klein wenig Geduld und Entgegenkommen gibt
dem Partner ein Gefühl des Angenommenseins - und Motivation,
weitere Schritte zu machen. Wir genießen nun unseren
gemeinsamen Weg zur Rohkost und freuen uns über jeden
gemeinsamen Schritt, mit dem wir auf das Ziel zugehen.
Auf
meiner Rezepte-Seite
habe ich inzwischen einige Rezepte für Paare mit "noch"
gemischter Ernährungsform. Es ist eine Seite, die zeigt,
wie es auch liebevoll gemeinsam geht. Du findest dort sehr
viele Rohkost- und auch Urkost-Kräuter-Rezepte, aber
auch Rezepte, wo ich beide Teile berücksichtige: also
die Rohversion - und die Version in leichter Kochform.
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