Mein FRohkost-Erfahrungsbericht

© Regina F. Rau


FRohkost-Übersicht
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Epilog

Exotisches Früchte-Banquet

Bevor ich mit dem Bericht beginne, möchte ich darauf hinweisen, dass ich absichtlich schonungslos und frei in alle Bereiche hineinleuchte. Das betrifft sowohl die Aufzählung aller aufgetretenen Leiden - auch die der rein weiblich bedingten - als auch die privaten Zusammenhänge mit Beziehungskonflikten und den daraus resultierenden Ernährungskonflikten.

Dies tue ich bewusst, um - wenngleich auch nur am Rande - auch auf die Konflikte hinzuweisen, die entstehen können, wenn man sich nicht für einen Weg entscheiden kann. Dieses Problem ist mir während meiner Erfahrungen mit der Rohkost nicht nur einmal begegnet. Immer wieder traf ich auf das Beziehungsproblem. Und immer wieder erfuhr ich, dass dieses Thema ein Tabubereich zu schein schien, über den niemand sprechen wollte. Dabei denke ich, dass die Erfahrungen mit der Ernährung genauso wichtig sind, wie die Erfahrung mit einem Beziehungsleben in diesem Zusammenhang. Nach meiner bisherigen Erfahrung entstanden diese © Regina Franziska Rau
"Seelen - Wunschberge" Beziehungskonflikte nicht selten dann, wenn sich ein Partner für einen neuen Lebensweg entschieden hatte, und der andere Partner stehen bleiben wollte. So lange er den neuen Weg des Partners respektierte, gab es kaum Probleme. Ich habe aber - einschliesslich meiner eigenen Geschichte - tragische Fälle erlebt, in welchen es jahrelang "Der Tanz mit dem Teufel" zu sein schien - weil man sich trotz der immer größer werdenden Unterschiede nicht entschliessen konnte, den geliebten Menschen loszulassen.

Die Beziehungsproblematik ist eine der häufigsten Ursachen für Rückfälle und schwere Krisen auf dem neuen Weg...


Mein Rohkost-Erfahrungsbericht

Im Babyalter

Meine erste Erinnerung über Ernährung geht bis zurück ins Babyalter. Ich sehe noch die Bilder vor mir, wie meine Mutter immer wieder liebevoll versucht, mich dazu zu bringen, meinen Spinat herunterzuschlucken. Meistens wehre ich mich. Manchmal tue ich ihr den Gefallen. Aber die Freude meiner Mutter hält nicht lange an - denn ich übergebe mich schon kurz darauf wieder...

Dass ich wegen dieser Nahrungsverweigerung - wie man es wohl nannte - damals in die Kinderklinik mußte, um dort zwangsernährt zu werden, hat mir meine Mutter später erzählt. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Dafür erinnere ich mich aber daran, dass mir auch im Kindergarten permanent schlecht war - und ich mich nicht selten erbrach.


Kindheit

Meine Mutter kochte gutbürgerliche Küche. Es gabt auch öfter mal Milch- und Mehlspeisen, viele Nudelgerichte - Gulasch, Spaghetti, Geschnetzeltes, Pizza, Ente oder Schweinebraten mit Knödeln - viele Innereien, vor allen Dingen Leber, Nieren und Lüngerl.

Ich litt ständig unter so niedrigem Blutdruck, dass ich oft Schwindelanfälle bekam und hinfiel. Milch und Milchprodukten beantwortete mein Magen mit stundenlangen, wirklich schrecklichen Magenkrämpfen und Durchfall. Ich fühlte mich permanent so müde, dass ich mich am liebsten schlafen gelegt hätte. Morgens war es besonders schlimm. Das dauerte so bis etwa. 10.00 oder 11.00 Uhr, verging dann eine Weile, um mich dann am frühen Nachmittag (ca. 15.00 bis 17.00 Uhr) erneut zu quälen. Außerdem kam noch die erdrückende Konzentrationsschwäche dazu, mit der ich während meiner gesamten Schulzeit zu kämpfen hatte.

Als ich schon in der 6. Klasse war, begannen meine Knie so sehr zu schmerzen, dass ich nachts oft im Stillen im Bett weinte. Manchmal versagten mir am Tage meine Knie den Dienst - z.B. dann, wenn ich den Bus noch rechtzeitig erreichen wollte. Sie knickten einfach weg und ich fiel deswegen oft hin. Diese Krankheitssymptome begleiteten mich bis in meine späte Jugend- und Reifezeit.


Jugendzeit

Ich litt ständig unter roten Flecken im Gesicht, die Untersuchungen ergaben, dass es keine Akne sei - aber eine bis dahin unbekannte Hautkrankheit. Ich fror auch in geheizten Räumen, hatte häufig Taubheitsgefühle in den Armen, Beinen, Händen und Füssen. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde ich von einer unbekannten Kraft am Hals gewürgt. Als sei etwas in meinem Hals, das ich nicht herunterschlucken konnte. Eine Schilddrüsen- Ziselierung brachte keinen Befund.


Mit 20 Jahren

Ich ernährte mich immer noch von gutbürgerlicher Kost - allerdings begann ich schon kleine Kochgewohnheiten zu verändern. Ich reduzierte die Fettmenge, mit der ich kochte auf ein Minimum, machte meine ersten Erfahrungen mit Vollkornreis, entdeckte, dass Gemüse, dass nur sehr kurz gegart wurde, seine frische Farbe behielt und weit besser schmeckte als ich es von früher kannte. Ich ging auch gerne gut essen - probierte Schildkrötensuppe, Hummer und ich aß für mein Leben gerne Schnecken.

Das Lamm wird neben dem Löwen liegen... Erste große Wende - ich werde Vegetarier

Nach einem Film Von Werner Fassbinder, in dem eine unverblümte Szene im Schlachthof vorkam, begann ich mir erste Gedanken über den Verzehr von Fleisch zu machen. Wochenlang konnte ich kein Stück Fleisch mehr sehen. Allein der Gedanke daran verursachte elende Übelkeit. Einige Jahre später, mein Sohn war schon geboren, sah ich erneut einen Film, in dem gezeigt wurde, wie Rinder in einem islamischen Schlachthof im Massenverfahren geschächtet wurden. Diese Szene zeigte mir zum ersten Mal die ganze Härte und Grausamkeit, mit welcher wir Menschen blind glauben, Tiere für unsere Zwecke missbrauchen zu dürfen. Nach diesem Film begann ich zum ersten Mal darüber nachzudenken, ob das Fleisch - ob die Tiere - wirklich unbedingt zu unserem Erhalt auf den Speisezettel müssen - oder ob es eher eine Genusssucht von uns Menschen ist... zumindest von den Menschen, für die genügend andere Nahrungsquellen zur Auswahl stehen. Und es dämmerte mir, dass wir für die Befriedigung dieser Sucht nicht davor zurück schrecken unseren Mitgeschöpfen jede nur erdenkliche Qual zuzumuten und dass wir jedes Argument nutzen, um diesen Zustand rechtfertigen zu können.

Nicht lange darauf hatte ich eine Vision, in der mir ein gehäutetes Kalb erklärte, dass alle Menschen das Tier, das sie essen wollten - selbst töten müssten. Denn dann würde fast niemand mehr Fleisch essen wollen. Dieses Kalb forderte mich auf, für diese Wahrheit zu kämpfen.
So kam es zur ersten großen Veränderung meiner Küche und auch meiner Lebenseinstellung. Es kamen keine Tiere mehr auf den Tisch. Es folgten noch einige Visionen, die mir die Tragik des Teufelskreises erst so richtig vor Augen kommen liessen. So wurde mir auch klar, wie wahr Leo Tolstois Ausspruch ist:

So lange wir Schlachthöfe haben,
werden wir auch Schlachtfelder haben...
Leo Tolstoi

Der Leidensweg nahm kein Ende. Nicht selten quälte mich heftige Migräne, Magenbeschwerden - bis hin zur Gastritis. Und zuletzt gesellten sich zu allem schwere Depressionen. Wieder nahm ich die schwere Müdigkeit wahr, Konzentrationsschwierigkeiten machten mir am Arbeitsplatz zu schaffen. Stets hatte ich mit extremer Übelkeit zu kämpfen, konnte mich nicht richtig auf meine Arbeit einlassen. Das ging wie schon in der Kindheit morgens bis ca. 10.00 Uhr, um dann bis ca. 15.00 Uhr wieder zu verschwinden.
Eines Tages - ich war gerade 21 Jahre alt, suchte ich einen Arzt auf, um ihm mein "Überbein" zu zeigen: An den Fußballen hatten sich Knoten gebildet, die waren knochenhart und schmerzten so, dass schon das Tragen von Schuhen große Schmerzen bereitete. Ich konnte nur noch mit Krücken laufen. Dann kamen dicke Knoten an den Fingerknochen hinzu. Diagnose: Gicht!
In den Fersen bildeten sich 2-4 mm tiefe, blutende Risse. Plötzlich begann meine Nase sich zu verformen. Sie eiterte und krustete. Dieser Prozess zog sich über mehrere Monate hin. Am Hinterkopf bildete sich ein haselnuss großes Geschwür. Der Arzt riet mir dringend, mich operieren zu lassen. Ich hatte Angst und ging nicht hin. Aber es wuchs weiter.
Dann erlitt ich mit ca. 26 Jahren am Arbeitsplatz einen Hexenschuss. Ich hatte starke Wirbelsäulen und Bandscheibenschmerzen. Eine Röntgenaufnahme zeigte, dass die Wirbelsäule verkrümmt war und ausserdem schief stand. Immer wieder holten mich schwere Depressionen ein - manchmal wußte ich nicht, wie ich die Nacht, den nächsten Tag überstehen sollte. Aber ich wußte nicht, woher diese Dunkelheit kam.
Nach einer aussergewöhnlichen Adress-Schreibe-Aktion in der Arbeit stellte mein Arzt eine chronische Sehnenscheidenentzündung fest. Ich konnte meine Arbeit nicht mehr ausführen.


Mit 27 Jahren

Ich wurde schwanger. Noch während meiner Schwangerschaft reiste ich in die Türkei, um dort mit meinem damaligen türkischen Freund eine Familie zu gründen. Während der gesamten Schwangerschaft aß ich ungewöhnlich viel Fleisch und vor allem Milz. Ich lebte bei den Eltern meines Freundes - es war eine Metzgerfamilie, die nicht müde wurden, mir zu beteuern, wie wichtig die Vitamine und Minerale und das Eiweiß des Blutes von Tieren gerade während der Schwangerschaft für das Kind seien. Dazu gab es meistens Weißbrot und gekochten Reis oder Mehlspeisen. Auch die Nachbarinnen erklärten mir, dass das Kind besonders kräftig würde, wenn ich bei dieser Ernährung bliebe.

Im April 1987 erblickte mein Sohn in einem kleinen Provinzkrankenhaus in der Türkei das Licht der Welt. Nach der Entbindung hatte ich nach einem Dammriss, der anschliessend von einer unerfahrenen Arzthilfe falsch zusammengenäht wurde, schreckliche Schmerzen im Damm, konnte 8 Tage nach der Geburt des Kindes noch immer nicht auf die Toilette gehen.

Bereits 4 Wochen nach der Geburt erkrankte mein Sohn am ganzen Körper mit ziemlich großem, nässenden und blutenden Ausschlag. Wir versuchten es mit Heilsalben und Heilcremes. Als der Ausschlag so schlimm wurde, dass mein Baby fast rund um die Uhr weinte und schrie, beschloß ich eine Rückreise nach Deutschland.
Fast zeitgleich brach die Freundschaft mit meinem türkischen Freund und Vater unseres Sohnes entzwei. Kurz darauf lernte ich meinen Mann noch in der Türkei kennen.

Dann reiste ich zusammen mit meinem Sohn nach Deutschland an. Dort stellten die Ärzte eine chronische Dermatitis fest. Man erklärte mir, dass ich nun stark sein müsse, weil mein Baby wohl mit dieser Krankheit leben müsse. Man könne vielleicht ein wenig lindernd mit Salben helfen. Aber grundsätzlich wisse man noch gar nicht, um welche Art von Hautkrankheit es sich bei diesen Symptomen handele und man wisse daher auch nicht, wie sie zu heilen sei.



Wendepunkt mit 28 Jahren

©Regina Franziska Rau
Werden... Das war der entscheidende Moment, wo ich unser Schicksal nicht länger der Verantwortung von Ärzten und Fremden Personen überlassen wollte. Ich begann mir tiefe Gedanken über mein vergangenes Leben - über meinen eigenen Leidensweg und eventuelle Zusammenhänge zu machen. Ich dachte über die Natur nach, über das Verhalten von uns Menschen - über die Schöpfung und den möglichen Sinn, den Zusammenhang hinter allem.

Als ich im tiefsten Tal der Verzweiflung angekommen war, wußte ich keinen anderen Ausweg mehr - als zu beten!... und ich "erfuhr", unter anderem, dass einer unserer entscheidenden Fehler darin besteht, dass wir unsere Nahrung "totkochen".

Sofort nachdem mir die tiefe Wahrheit dieser Erkenntnis bewußt wurde, reiste ich in die Türkei und heiratete. Auch meinen Mann begeisterte die Entdeckung und er entschloss sich, diesen Weg gemeinsam mit uns zu versuchen.


Übergang zur Rohkost

Ich hatte zu dieser Zeit weder Bücher, noch Freunde oder Nachbarn noch gab es irgendwelche Leute, die ich um Rat hätte fragen können. Auch Bücher gab es in der Türkei keine, die ich bezüglich meiner Erkenntnis hätte lesen können, um zu erfahren, wie die Zusammenstellung der Nahrung im Sinne der Natur unseres Schöpfers auszusehen hat.

So ließ ich mich entgegen der Schreckensvisionen derer, die uns nun beobachten und selbst entgegen der Bedenken meines Ehemannes und meiner Mutter, von meiner Intuition leiten.

Umstellungsphasen:

1. Phase: Gemüse nur noch so, wie sie sind in Wasser garen, bis sie die volle Farbe haben. Dann ohne Zutaten essen...
Die ersten Ergebnisse schon während der ersten Phase
waren so unglaublich, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam. Täglich erlebte ich neue Wunder. Ich erlebte großes Glück und fand neue Kraft. Bei meinem Sohn erlebte ich schon nach 3 Wochen! den Rückgang aller Beschwerden bis auf vereinzelte Bläschen im Gesicht

2. Phase: Rohkostsalate mit viel geraspeltem Gemüse, Joghurt und gequollenen Samen.
Täglich sieht mein Sohn gesünder aus. Seine Augen strahlen wieder und seine Hautfarbe ist frisch und gesund. Er ist vergnügt und fröhlich.

3. Phase: morgens Obst. mittags Rohkostsalate mit viel geraspeltem Gemüse, gequollenen Samen. Nachmittags, Datteln oder Feigen, Nüsse. Abends: Rohkostsalate.
Wir machen weiter. Nach und nach verschwinden zu meiner Verwunderung auch meine Beschwerden - auch eine deutliche Besserung des psychischen Zustands stellt sich ein.

4. Phase: morgens Früchte, anschließend 2-3 Löffel voll gequollenes Getreide, 2-3 Datteln oder Feigen - (Mittags Orangen, danach Romana-Salat und Petersilie frisch gegessen, Abends anderes Gemüse.
Langsam fielen als Nebeneffekt auch Seifen, Shampoo und andere Dinge weg. Die Haut fühlte sich nicht mehr überfettet an, so dass wir auf diese Produkte fast gänzlich verzichten konnten. Selbst beim Wäschewaschen genügte oft reines Wasser, weil es jetzt ja nicht mehr galt, irgendwelche schwer zu entfernenden tierischen oder auch Pflanzlichen Kochfette zu entfernen, die wir früher durch die Haut mit dem Schweiß ausgeschieden hatten. So zu leben fiel mir nicht schwer, denn wir zogen damals an einen der herrlichsten Strände im Südwesten der Türkei auf einem wunderbar ruhigen Campingplatz...

Dazwischen kamen kleinere Fastenkuren - vereinzelte Tage, wo ich nur reines Wasser trank - oder mehrere Tage hintereinander, wo ich entweder nur klares Wasser trank - oder auch das wegließ. Das längste Fasten dauerte 7 Tage. Bei dem letzten Fasten erlebte ich das Auftreten von körperlichen und psychischen Symptomen, Ängsten und Depressionen, die ich während der Zeiten der Depressionen und während der Einnahme der starken Psychopharmaka um 1979 und 1981 gehabt hatte. Ich erkannte, dass dies die Ausleitungskrise der Psychopharmaka war, die nun aus meinen Körper ausgeschieden wurden.
Nach ca. 9 Monaten 100%-tiger Rohkost blieb meine Menstruation aus. Als ich wieder in Deutschland war und mich wegen meiner verkrümmten Wirbelsäule erneut röntgen ließ, erklärte mir mein Orthopäde ungläubig, dass meine Wirbelsäule wieder gerade steht und keine Verkrümmung mehr festzustellen ist.

Es interessierte mich, wie es wohl sein würde, wenn ich den Gemüseanteil wieder erhöhen würde und ich probierte es aus. Da kamen sie wieder: die beißenden, juckenden und brennenden roten Flecken in meinem Gesicht; Juckreiz mit Bläschenbildung am ganzen Körper; wieder bildeten sich die tiefen Risse in meinen Fersen (ich konnte# kaum laufen; Wirbelsäulenschmerzen und Blähungen stellten sich ein.

Ich war auch neugierig darauf, wie eine Erhöhung des Getreideanteils wirken würde. Das Ergebnis waren verheerende Blähungen (es hätte nicht viel gefehlt und ich wäre wie ein Gasluftballon davongeflogen. Einmal mußte ich mir deshalb meinen Platz im Freien zum Schlafen suchen, weil ich es meinem Mann nicht mehr zumuten konnte. Die Risse in den Füssen vergrößerten sich - und es bildeten sich Risse in den Hautfalten von Ohren, Nase und Mund. Die Haut am ganzen Körper begann zu brennen und zu jucken.

Zufrieden mit meinen Testergebnissen kehrte ich schnell wieder zu meiner Kost mit 50% Früchteanteil, 30% Salat- und Kräuter, 15% Gemüse, die über der Erde wachsen. Und 5% Getreide, Samen oder Nüsse. Ich fühlte mich herrlich leicht, frisch, unternehmungslustig, fröhlich, zufrieden und gesund. Auch meinem Sohn ging es sehr gut.

Es kam eine Zeit, da kam ich mit meiner Lebensanschauung und Praxis sehr ins Gehege mit meinem Mann, der der Auffassung war, dass ich diese Lebensweise ja für mich leben könnte, sie aber nicht meinem Kind aufzwingen dürfe. Ich konnte diesen Konflikt nicht beilegen, war aber auch nicht bereit, mich von ihm zu trennen. Es folgte eine sehr schwere Zeit, während der ich mich zwischen meinem Weg und meinem Mann hin und her geworfen fand. Der Konflikt wurde für alle unerträglich. Ich fing an gekochte Nahrung zu essen. Die Konflikte spitzten sich so sehr zu, dass ich mich von Mann und Kind trennte, um in Indien wieder zu mir zu finden und zurückzukehren.
In Indien esse ich 4 1/2 Monate lang reine Früchtekost und fühle mich glücklich wie noch nie.

Nachdem ich die erste schwere Zeit in Indien alleine bewältigt hatte (Zelt und Rucksack), rief ich in Deutschland an - mein Mann reiste mir nach und wir versuchten es mit einem neuen Start. Doch schon bald zeigte sich erneut die Undurchführbarkeit dieses Versuchs. Und wieder konnte ich mich eine zeitlang nicht dazu entschliessen, mich zu trennen. Und so kam es zu meinem ersten schweren Rückfall.


1. Rückfall mit 32 Jahren (1992) - nach inzwischen mehr als 2 Jahren Rohkost

Es fing mit einem Maiskolben an. Alle alten Gelüste stellen sich wieder ein: Salz, Gewürze, Gekochtes... Der Rückfall wurde täglich schlimmer, steigerte sich bis zum Fressexzess, dauerte insgesamt ca. 2 Monate an.

Die Folgen:

1. Totaler Absturz der Vitalität
2. Totale Verstopfung
3. Körperlicher Zusammenbruch
4. Grippeinfektionen
5. extrem übelriechende Schweißbildung
6. Zahnfleischbluten sowie Gebissverfall
7. Starke Wirbelsäulenschmerzen
8. Blähungen
9. Wieder Auftreten der Menstruation (zuerst leicht dann:
10. sehr heftige Monatsblutungen mit starker Absonderung der Plazenta - ich brauche häufig Windeln statt Binden
11. starker Ausfluss
12. Im September, November, Dezember 1992 sowie im Januar 1993 (ich bin inzwischen wieder in Deutschland) habe ich extrem starke Blutungen mit hühnereigroßen Plazenta-Absonderungen, brauche in 2 Tagen 2 volle Packungen Binden plus Handtücher... Als ich mich deswegen in einem Klinikum untersuchen lasse, sind die Ärzte ratlos. Sie raten mir zu einer totalen Unterleibsoperation, was für mich natürlich nicht in Frage kommt.
13. schmerzhaft angeschwollene Arme, Beine - sind teilweise wie "aufgeblasen" - vermutlich vom Salz
14. Risse in den Fersen, Zehen
15. bleierne Müdigkeit
16. Konzentrationsmangel
17. zeitweilig extreme Sehschwächen - muß mich manchmal über die Straße führen lassen.
18. schwere Träume
19. Angstzustände
20. schwere Depressionen, Verlassenheitsgefühl
21. Taubheitsgefühl in Armen, Händen, Beinen und Füßen Frieren auch in geheizten Räumen
22. Würgegefühl im Hals
23. häufige Migräne
24. Gicht
25. Risse in den Hautfalten von Nase und Mund ständiges Abpellen Wundsein und starkes Brennen der Gesichtshaut starkes Hautjucken am ganzen Körper
26. Geschwür am Hinterkopf wächst wieder und schmerzt oft sehr, verursacht starke Kopfschmerzen
27. Tiefe, blutende Risse in den Fersen, schmerzt sehr beim Gehen
28. Risse in Händen
29. Fußnägel eitern und schmerzen beim Gehen. Bei Untersuchung eines Nagelabstriches konnte kein Pilz festgestellt werden. Auch früher verabreichte Mittel auf Pilzerkrankung ergaben keine Besserung.

2. Rohkoststart - ab 33 Jahre (Juni 1993) wieder Rohkosternährung

mit gleichzeitigem Weglassen von Salz und anderer 'Fabrikwürze'. Einzige Ausnahme: kaltgepresstes Öl: Sonnenblumen-, Distel-, Walnussöl aus dem Reformhaus.

Zunächst Abklingen aller Beschwerden.

1. Bei Zugabe von, keimfähigem Getreide aller Art, auch bei Keimlingen - Beschwerden tauchten auf wie früher. Es fing mit aufgeplatzten Mundwinkeln an, starken Blähungen, Verstopfung, Ausschlägen am ganzen Körper sowie Brennen und Jucken im Gesichtsbereich, Migräne, Gicht und starken außergewöhnliche Blutungen...
2. Bei Essen von Kohl aller Art: Blasenbeschwerden, Brennen beim Wasserlassen, ständiges Drücken der Blase, Blähungen, Kälte-, und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Händen und Füssen.
3. Wurzelgemüse: Blähungen, Verstopfung, Gicht, Jucken der Gesichtshaut...
4.

Weglassen von Getreide, Nüssen, Kohl sowie Wurzeln alter Art brachte Linderung, Besserung, Wohlbefinden - aber immer wieder stellten sich Gelüste auf "feste Nahrung" ein. Ich wußte, dass es damit zu tun hatte, dass ich dieses Mal nicht mit einem vorhergehenden Fasten umgestellt hatte. In meinem Darm befanden sich immmer noch die "Geschmacks-Informationen" von der Kochkost. Also entschloss ich mich, einfach mit der Rohkost weiterzumachen.


Ich stellte mir einen Zeitplan auf, den ich gut einhalten kann:


1. Morgens zum ersten Frühstück. frisches wasserhaltiges Obst
2. Morgens zum zweiten Frühstück: Bananen
3. Mittags - je nach Lust und Bedürfnis: Früchte oder Gemüsefrüchte. Häufig wie gewachsen aber auch im Salat mit frischen Kräutern und kaltgepresstem Öl angemacht (ohne Salz!).
4. Nachmittags - je nachdem, wie das Mittagessen ausgefallen ist, fällt diese Mahlzeit weg. Gelegentlich kleine Früchtemahlzeit oder leichtes Gemüse - je nachdem, was es mittags gab.
5. Abends - Gemüsesalate - mit Avocadosoßen, Wurzel- und Knollengemüsen sowie Nüssen angereichert.

An Sylvester 1994 beschloss ich, das neue Jahr mit einem Fasten zu beginnen.
Bis jetzt waren die ewigen Hungergefühle und einige andere Zipperlein nicht verschwunden.

1. 1 Tag Fasten mit Wasser
2. Danach 2 Tage mit Orangen, Mandarinen, Birnen und Apfel
3. Direkt danach 4 1/2 Tage Fasten mit Wasser. Ab dem 2. Tag auch mit Einläufen.
4. Am 6. Tag Beginn mit Obstsaft. Mittags Orangen, Mandarinen, Abends Orangen, Birnen und Mandarinen.
5. Am nächsten Tag Beginn mit Obst, Mittags leichter Salat...

Befinden während des Fastens

1. starkes Hungergefühl, Durst. Durst verstärkt sich nach Trinken von Wasser.
2. Am 2. Tag Schwäche, Schwindelgefühl.
3. Am 3. Tag Nachlassen des Hunger- und Schwächegefühls.
4. In der 3. Nacht plötzliches starkes Anschwellen der Lymphknoten im Halsbereich, Blut steigt in den Kopf, Beklemmungsgefühl, Atemnot.
5. Am 4. Tag erneutes, starkes Hungergefühl, Nachts nadelstichartige Schmerzen im Blasenbereich. Schmerzen den Blutgefässen. Harter Knoten und blaue Färbung um den Knoten in linkem Unterarm in Blutgefässen.

Befinden nach dem Fasten

1. keine Blähungen mehr
2. Taubheitsgefühl in den Extremitäten lässt nach
3. kein "Heißhunger" mehr auf "feste Nahrung"
4. Verhornung der Fußsohlen verschwindet
5. Schwellung der Lymphknoten geht ganz zurück
6. Der Knoten am linken Arm wird kleiner, verschwindet am 6. Tag nach dem Fasten
7. Kein Appetit auf Salate - großer Appetit auf saftige Früchte.

Am 01.03.1994 zog ich mit meinem Sohn in eine abgelegene, landschaftlich sehr ruhige und schöne Gegend. Die Renovierungsarbeiten am Haus bewältigte ich durch die Rohkost spielend. Es war zum Teil schwere körperliche Arbeit, wie z.B. in der Scheune auf den Balken, die sich 3 Meter über dem Boden befinden balancieren und 4 Meter lange Balken und Bodenbretter verlegen... Zu dieser Zeit standen große Mengen Avocados, Bananen und Nüsse auf dem Programm. Allerdings verursachte zu viel schweres Gemüse oder Nüsse immer Übelkeit, Verstopfung, Blasenbeschwerden, Gliederschmerzen und Müdigkeit...
Später tauschte ich die Hälfte der Blattsalate durch Wiesenkräuter wie z.B. Löwenzahn, Bärenklau, Ampfer, Sauerampfer, Wegerich, Brennnesseln, etc. ein, die ich ständig abwechselte. Die Kräuter bekamen mir sehr gut - und ich hatte ein allgemein besseres Wohlbefinden.


mit 36 Jahren (Winter/Frühjahr 1996) Erfahrung mit reiner Orangenkost

Eines Tages erfüllte mich eine solche Sehnsucht danach, mich so leicht wie nur irgend möglich zu ernähren, dass ich überlegte, welche Frucht dafür in Frage kommen könnte. Ich erinnerte mich daran, dass mir die Orangen in vielen Lebenssituationen, in welchen es mir schlecht ergangen war, allein schon durch das Verströmen ihres herrlich aromatischen Geruchs Linderung verschafft hatte. Und so fiel meine Wahl auf die Orange.

In den folgenden Wochen fühlte ich mich leichter und leichter. Und ich konnte förmlich das Leuchten der Früchte aus mir heraus sehen. Es ging mir so prächtig, dass ich bereits darüber nachzudenken begann, ob es mir nicht möglich sein sollte, mich überhaupt nur noch von Orangen zu ernähren. Aber da machten mir die Jahreszeiten einen Strich durch die Rechnung. Im Frühjahr begannen die Orangen fade zu schmecken. Und so hörte ich wieder damit auf.


Mit 39 Jahren (1999) 2. Rückfallphase, die 2 Jahre andauert.

Aus letzteren winde ich mich aufgrund meiner stetig wachsenden Leiden mit großen Anstrengungen immer wieder heraus.


Im Frühjahr 2001 Rohkost bis Herbst 2009

Diesmal - so dachte ich mir, gehe ich es ruhig an. Ich mochte nicht Fasten - aber ich wollte unbedingt wieder zur Rohkost zurück. Es fing damit an, dass ich nichts mehr einkaufte. Die letzten Vorräte an Reis, Kartoffeln, und Nudeln mischte ich unter die Salate - was mir sehr leicht fiel. Und als sie aus waren - das dauerte nicht so lange, weil ich bei meinem Entschluss kaum noch Vorräte gehabt hatte - ging der letzte Schritt so leicht, dass ich mich richtig wunderte. Denn im Gegensatz zu früher, hatte ich diesmal wenigstens zu Beginn - keine Heißhungerattacken. Und genau vor diesen Attacken hatte ich mich bisher so sehr gefürchtet. Als sie sich dann nach ca. 2 Wochen doch einstellten, war ich schon so vertraut und glücklich mit meinen Früchten und Salaten, dass ich sogar auf einem Hochzeitsball und auf meinem 25-jährigen Klassentreffen strahlend abdankte, als man mich mit den üblichen Schlemmereien bedienen wollte. Stattdessen ging ich in die Küche und sprach mit dem Koch....

Was mir dann feierlich vor allen anderen serviert wurde, trieb mir ein triumphierendes Lächeln ins Gesicht und meinen lieben Tischnachbarn den blanken Neid. Ich bekam frsiche Salate auf riesigen Tortentellern präsentiert, dass einem das Wasser im Munde zusammenlaufen musste. Und statt der "Mousse aux chocolat" bekam ich einen herrlichen Früchtekelch mit den ausgefallensten Früchten darin. Ich erlebte sogar, wie einige meiner Klassenkameraden - wir waren immerhin 22 Leute - beim nächsten Mal lieber auch Salatplatten bestellten.

Als ich frühmorgens frisch fröhlich in den nahen eisig kalten Alpensee zum Schwimmen ging, waren plötzlich alle Männer mutig und wollten es auch versuchen.
Es ist wohl eine der Nebenerscheinungen der Rohkost, dass ich statt der heißen Duschen oder Bäder (hab mich früher auch in der Dusche oder im Bad fast gargekocht) kaltes Wasser nun einen Sprung ins kalte Wasser vorziehe)fröhlich macht)
Gekommen ist keiner - bis auf einen, der bei einer späteren Wanderung noch eins drauf setzte: er zog sich mitten in der Wanderung ohne Vorwarnung aus und sprang über eine 15 Meter hohe Klippe in den eiskalten See...


seit September, Herbst 2009

Bis September 2009 ernährte ich mich mit kleinen Ausnahmen wieder von der Rohkost. Und ich machte eine wichtige Erfahrung mit einem Versuch in die Richtung der "Lichtnahrung". Wie es dazu kam - und wie dieser Versuch verlief, könnt ihr in " Mein Weg - zur ersten Erfahrung mit der Lichtnahrung" im Menü "Lichtnahrung-Inhalt" nachlesen.
Seit September 2009 lebe ich in einer neuen Beziehung. Ich begleite derzeit meinen Mann bei der Umstellung auf die Rohkost auf gleicher Ebene - zwischen 60-80% Rohkost. Das hatte natürlich auch zur Folge, dass verschiedene Zipperlein von früher sich wieder meldeten. Ich nehme das aber gerne in Kauf, weil ich sehe, dass die Partnerschaft dadurch viel harmonischer verläuft, ihm auch die Umstellung viel Freude bereitet - und wir gute Schritte machen. Inzwischen haben wir auch schon wieder frische Kräuter auf dem Teller. Meiner Erfahrung nach wirkt sich ein zu großer energetischer Unterschied auch auf anderen Ebenen nicht so vorteilhaft für eine Beziehung aus. Ein klein wenig Geduld und Entgegenkommen gibt dem Partner ein Gefühl des Angenommenseins - und Motivation, weitere Schritte zu machen. Wir genießen nun unseren gemeinsamen Weg zur Rohkost und freuen uns über jeden gemeinsamen Schritt, mit dem wir auf das Ziel zugehen.

Auf meiner Rezepte-Seite habe ich inzwischen einige Rezepte für Paare mit "noch" gemischter Ernährungsform. Es ist eine Seite, die zeigt, wie es auch liebevoll gemeinsam geht. Du findest dort sehr viele Rohkost- und auch Urkost-Kräuter-Rezepte, aber auch Rezepte, wo ich beide Teile berücksichtige: also die Rohversion - und die Version in leichter Kochform.

FRohkost-Übersicht
Mein Weg mit der Rohkost - Seite 1 2 3 4 5 (Weg, Erfahrung, Tabellen, Buch)